Naziaufmärsche verhindern: You can get it if you really want!

In den nächsten drei Wochen Diese Woche stehen in Nord-West-Thüringen (mal wieder) mehrere Nazi-Demonstrationen auf dem Plan.
Am Samstag, den 19. März, in Eisenach.
Am Donnerstag, den 31. März, in Heilbad Heiligenstadt.
Und am Samstag, den 2. April, in Gotha.
Alle Orte sind von Jena aus mit dem Zug zu erreichen; Heiligenstadt und Gotha sogar ohne Umstieg (mit dem Regionalexpress, stündlich ab West-Bhf bzw. ab April vom Paradies aus). Seid solidarisch: Unterstützt die Antifaschist_innen vor Ort!
Zu Gegenprotesten in Heiligenstadt und Gotha wird unter dem Motto You can get it if you really want aufgerufen. Mehr Infos unter: youcangetit.blogsport.de An dieser Stelle sei der Aufruf dokumentiert.

YOU CAN GET IT IF YOU REALLY WANT – RECHTE AUFMÄRSCHE VERHINDERN
Als im vergangenen Jahr, fast pünktlich zum Jahreswechsel 2014/2015, der syrische Bürgerkrieg auch in Europa spürbar wurde, mussten die ersten Geflüchteten ihre Quartiere in thüringischen Niemandsländern beziehen. Es passierte, was keiner glauben wollte, jedoch jede und jeder ohne Wahrnehmungsstörungen erkannte: Die Eingeborenen gruben Fackel und Forke ebenso schnell aus wie die Parteienlandschaft Europas die Nationalstaaterei.
Dass überall in der thüringischen Peripherie eine vernetzte und koordinierte Bedrohung von Leib und Leben für Geflüchtete und deren
UnterstützerInnen auf der Straße tobt, verdeutlicht nur eines: Auf dem Land ist der Staat nicht bis kaum vorhanden, und so er es denn ist,
versagt er in der Ausübung seiner Pflichten, die Würde und die körperliche so wie geistige Unversehrtheit des Einzelnen zu erhalten.
Naziaufmärsche verhindern: You can get it if you really want! weiterlesen

09.März in Jena: DER AFD KEINEN METER – Nationalismus ist keine Alternative!

Pekari veröffentlichten am 4. März einen kurzen Aufruf zu den Protesten gegen die AfD-Demo am 9. März 2016 in Jena.

Die Brandstifter_innen in Nadelstreifen und ihr rassistischer Anhang kommen erneut nach Jena. Nachdem der Versuch der Thüringer AfD, durch Jenas Straßen zu ziehen, im Januar kläglich an den zahlreichen Blockaden von Antifaschist_innen gescheitert war, mobilisiert sie nun ein weiteres Mal zu einer Demonstration durch die Innenstadt. Die rassistischen Großdemos der letzten Monate in Erfurt scheinen der AfD wohl noch nicht hasserfüllt genug zu sein. Die „Alternative für Deutschland“ ist ein gruseliges Sammelbecken von Stammtischrassist_innen, Ultraneoliberalen, evangelikalen Rechtsausleger_innen, Verschwörungsfreaks, Putin-Fans, anti-muslimischen, anti-feministischen und monarchistischen Spinner_innen sowie das organisatorische Rückrat einer neuen völkischen Koalition hier in Thüringen. Ihren erneuten Versuch, am 09.März in Jena Raum zu gewinnen, werden wir gemeinsam mit Vielen zu verhindern wissen. Auch dieses Mal werden wir ihrem Rassismus und Nationalismus KEINEN METER lassen.

Am kommenden Mittwoch beteiligen wir uns deshalb am Protest gegen die AfD und ihre ekelhaften Fans im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Nationalismus ist keine Alternative“. Bereits am kommenden Wochenende werden bundesweit unter dem Motto „Die Brandstifter in Nadelstreifen besuchen!“ Aktionstage gegen die AfD stattfinden. Am 09.März – wenn sie uns in Jena besuchen kommen – werden wir diese fortführen.

Kommt am 09. März ab 17 Uhr in die Innenstadt und achtet auf Ankündigungen! Twitter für den Aktionstag: #j0903

PS: Am 08.März ist Frauen*kampftag. Ein gegebener Anlass, um dem rechtskonservativen Traditionalismus und Sexismus der AFD unseren antirassistischen Feminismus entgegenzusetzen. Beim vergangenen AFD-Aufmarsch in Jena haben wir das in unserem Redebeitrag versucht. Hier findet ihr diesen nochmal zum Nachlesen: Feminismus bleibt antirassistisch!.

An dieser Stelle sei nur hinzu zu fügen: Egal ob mit Blockaden oder sonstwie; lasst es uns gemeinsam schaffen, dass sich die AfD in Zukunft nicht wieder nach Jena, Erfurt oder sonst wohin traut!

Zur Situation in Gera

Nach der Pause über den Jahreswechsel versucht die Nazi-Szene auch im Jenaer Umland wieder an ihre Demonstrationserfolge von 2015 anzuknüpfen. Neben Demonstrationen in Apolda ist dabei wie letztes Jahr Gera Aktionsschwerpunkt. Folgend ein kleiner Überblick zur Situation, der deutlich machen soll, warum Jenaer Antifaschist_innen sich nicht in Jena ausruhen, sondern das Umland im Blick behalten und Handlungsstrategien auch abseits von Demonstrationen entwickeln sollten.
Zur Situation in Gera weiterlesen

„WAS TUN“ – Onlinekalender für linke Kultur in Jena und Anderswo.

image

Ein paar Leute aus verschiedenen Zusammanhängen haben einen Onlinekalender für linke Kultur in Jena und Umgebung gebastelt. Das Ding trägt den Namen „WAS TUN“ und ist von nun an online unter folgender Adresse erreichbar: http://wastun.co.vu

„WAS TUN“ versteht sich als ein offener Onlinekalender für linke Kultur in Jena und Umgebung. Er entstand aus der Analyse verschiedener Einzelpersonen heraus, dass politische Arbeit in Jena häufig zu exklusiv und zu unkoordiniert vonstatten geht. Politische Veranstaltungen leiden oftmals darunter, dass sie nur einem recht geringen Teil an Leuten bekannt sind und zudem untereinander in „Konkurrenz“ stehen. Der Onlinekalender soll daher die Möglichkeit bieten, Veranstaltungen besser zu bewerben und aufeinander abzustimmen. Im besten Falle kann er damit auch dazu beitragen, die Kooperation und den gemeinsamen Austausch linker Menschen und Gruppen vor Ort zu erweitern und zu stärken.

Der Kalender lebt davon, dass möglichst viele Gruppen und Einzelpersonen ihn mit Veranstaltungsinfos füttern. Momentan gibt es ein kleines „Redaktionsteam“, welches sich um die Seite kümmert und sie aktuell hält. Wenn weitere Menschen Lust haben am Kalender mitzuarbeiten, dann können diese sich sehr gerne bei uns melden. Veranstaltungen bewerben könnt ihr aber auch einfach so, indem ihr uns die Infos per Kontaktformular oder Mail schickt (http://wastun.co.vu/kontakt/). Die Sachen werden dann schnellstmöglich hochgestellt.

Schreiben dürft und solltet ihr uns auch gerne, wenn ihr Verbesserungsvorschläge parat habt oder wenn euch mal wieder die berühmt-berüchtigten „politischen Bauchschmerzen“ plagen und es Kritik zu äußern gibt. Wir haben Bock auf eure Meinungen und Ideen!

Darüber hinaus muss der Kalender nun aber vor allem auch bekannt gemacht werden, damit er seine Zwecke erfüllt. In diesem Sinne: Sagt allen Bescheid!

Es grüßt recht herzlich, Euer Was-Tun-Team.

JETZT: Hausbesetzung in der Carl-Zeiss-Str. 11

Quelle: http://wolja.noblogs.org/post/2014/07/01/erklaerung-zur-hausbesetzung-der-carl-zeiss-strasse-11/

Wir leben in einer zwangsbefriedeten Gesellschaft. Weltweit und hier wird Diskriminierung, Ausbeutung und Unterdrückung legitimiert oder unkenntlich gemacht. So kann Mensch sich selbst und anderen den Eindruck herbeifantasieren, seine Privilegien und die damit verbundenen Vorteile wären legitim.
Darüber hinaus werden Gründe für „persönliches Scheitern“ nicht bei gesellschaftlichen Verhältnissen gesucht, sondern Individuen zugeschrieben, welche dies auch annehmen und sich selbst in dieser „Schuld“ sehen. Tatsächlich kann so bei der Mehrheit die Vorstellung bestehen bleiben, mit dieser Gesellschaft sei doch im Großen und Ganzen alles in bester Ordnung.

In bester „Ordnung“ – Was ist dann dieses Haus in dieser Stadt?
Doch wie zeigt sich diese Akzeptanz und der gesellschaftliche Zustand konkret? Er zeigt sich zum Beispiel darin, dass es niemanden stört, dass Wohnraum zu sogenanntem „Privateigentum“ gemacht wird. Menschen mit dem Bedürfnis nach Wohnraum werden von dessen Nutzung erst ausgeschlossen, um sich dann für ein „passendes“ Ausbeutungsverhältnis (Mietvertrag) bewerben zu dürfen. Mehr noch scheint es „normal“ zu sein, Häuser leerstehen zu lassen, obwohl Menschen das Bedürfnis nach Wohnraum äußern und durch die Raumknappheit in prekäre Lagen und an den Rand gedrängt werden.
„Obwohl“? – Vielleicht ist genau diese Raumknappheit und die Verdrängung von Menschen nicht nur Folge, sondern zugleich die notwendige Voraussetzung für Kommerzialisierung und Privatisierung.
Dieses (leerstehende) Haus ist für uns deshalb gleichsam Gewalt gegen Menschen, Symbol und manifester Gegenstand der Eigentumslogik. Zugleich ist es Bestätigung dafür, dass die Bedürfnisse der Menschen, gemessen an der Erfüllung der Sachnotwendigkeiten der kapitalistischen Verhältnisse, einen Dreck wert sind.

Mehr Widersprüche, bitte!
Trotz dieser kritischen Analyse bewegen wir jeden Tag diese Gesellschaft – vorwärts im selben Gleis. Wir zahlen Miete, akzeptieren Eigentum und Ausbeutung – von uns selbst und unseren Mitmenschen, wir lassen uns verwerten und treiben durch unser Funktionieren in den Verhältnissen die Verwertung anderer voran. Wir sind Teil des Problems. Können wir auch Teil der Lösung sein?

Wir machen uns bewusst, dass wir als Weiße Student*Innen von vielen Machtstrukturen bevorteilt werden und uns weniger Hürden in den Weg gelegt werden, um sie anzugreifen. Aus diesem Grund haben wir mehr Möglichkeiten, widerständig auf diese Ordnung zu reagieren – die Konsequenzen treffen uns weniger hart als beispielsweise die brutal geräumten Geflüchteten der besetzten Schule in Berlin-Kreuzberg. Doch gerade weil wir von Verhältnissen gleichzeitig privilegiert, aber auch eingeschränkt werden, agieren wir dagegen und müssen es.

Von der Kritik zur Praxis.
Wir haben uns für die Besetzung entschieden, also für die Infragestellung von Eigentum. Es ist eine Grenzüberschreitung, die die bestehenden Grenzen erst sichtbar macht und überhaupt zeigt, was sie sind: Ausgrenzungspraxen und als solche notwendige, funktionale Teile eines größeren gesellschaftlichen Konflikts um Privilegien und Macht in kapitalistischen Verhältnissen, in dieser sogenannten „Ordnung“ eben.

Was hat das mit Dir zu tun?
Diese Aktion ging bis jetzt von uns aus, sie repräsentiert unseren Widerstand und unsere Kritik. Damit ist sie beschränkt, da wir nicht für andere sprechen und kämpfen können. Dennoch hoffen wir, zu anderen Kämpfen gegen die Verhältnisse beitragen zu können. Wir tun dies, weil wir diese Zustände nicht länger (er)tragen wollen und ein Leben in einer Gesellschaft anstreben, die frei von allen Formen der Herrschaft, Diskriminierung, von Zwängen und Ausgrenzungspraxen ist. Wenn dies auch deine Ziele sind, kann diese Aktion auch deine sein. Dieses Haus kann niemandem „gehören“, sondern soll von allen genutzt werden, die sich in dieser Aktion wiederfinden und sie mitgestalten wollen. Wenn du willst, ist das hier unsere Besetzung.

Jetzt und zukünftig.
Seit unsere Ärsche in diesem Haus sitzen hat sich der reale und symbolische gewaltvolle Ausschluss in Widerstand gegen die bestehende Ordnung umgeschlagen. Wir verlassen deshalb dieses Haus nicht freiwillig. Durch eine Räumung kann diese Aktion mit allen ihren Folgen nicht ungeschehen gemacht werden. Doch im Moment ist es besetzt und solange es von uns allen gehalten wird, ist dieses Haus eine dauerhaft widerständige Herausforderung.
Mehr noch ist in diesem Haus Platz für Weiteres…. Es kann zu einem Ort werden, den wir selbst gestalten, wo wir einen Raum schaffen, der freier von Hierarchie, Kommerzialisierung und Diskriminierung ist als diese privatisierte Stadt in dieser unfreien, gewaltvollen Gesellschaft. Von hier aus können wir weitere Emanzipationssprozesse anstoßen und leben.

Ist das hier „cool“?
Diese Besetzung ist keine Revolution, aber auch keine Party. Sie ist ein winziger Aufschrei gegen die Gesamtscheiße. Nur im Zusammenhang mit anderen politischen Kämpfen und Aktionen vor, mit und nach dieser ergibt sie Sinn. Es ist das Gefühl der Emanzipation, der gemeinsamen Sache, der Hoffnung auf Neues und der Solidarität, welche euphorisiert und uns denken lässt: „Fett, endlich eine Besetzung!“. Diese Begeisterung teilen wir und hoffen, dass daraus Weiteres für die Sache entsteht.

Solidarisch – eure Besetzer*Innen

20 JAHRE ZAPATISTISCHE REBELLION – FRAGEND VORAN? Veranstaltungsreihe vom 24.-28. Juni in Jena

Vor 20 Jahren nahm die zapatistische Widerstandbewegung im Bundesstaat Chiapas/Mexiko ihren Anfang mit dem Aufstand der EZLN. Die Verteidigung des eigenen Lebens gegen feudale Großgrundbesitzer und deren paramilitärische Söldner sowie die Polizei und Armee des Zentralstaates ermöglichte neue Formen der Selbstverwaltung und Basisdemokratie und damit ein Leben in Würde für einen Großteil der unterdrückten indigenen Bevölkerung.

Der neue, offene und selbstkritische Ansatz der “Zapatistas” hatte starken Einfluss auf die weltweite globalisierungskritische Bewegung, auf den Punkt gebracht in Slogans wie “Eine andere Welt ist möglich!” und “Fragend schreiten wir voran.”

Das 20jährige Jubiläum ist Anlass für uns, sich erneut mit der zapatistischen Bewegung selbstkritisch auseinander zu setzen. In verschiedenen Veranstaltungen wollen wir von der Geschichte der Bewegung lernen, diskutieren, welche neuen Impulse sie gebracht hat und ob und inwiefern diese auch heute noch zeitgemäß oder schon wieder überholt sind.

Hier die einzelnen Veranstaltungen in Übersicht:

DIENSTAG, 24. JUNI 2014
// „DIE WELT VERÄNDERN OHNE DIE MACHT ZU ÜBERNEHMEN?!“
Theoretischer Input und gemeinsame Diskussion zu den Theorien des neomarxistischen Politikwissenschaftlers John Holloway

mit Marcel Weikert (Jena)
Carl-Zeiss-Straße 3, R384 / 19 Uhr

MITTWOCH, 25. JUNI 2014
// „SOMOS VIENTO – DER WIND SIND WIR“
Dokumentarfilm (2013) über den gegenwärtigen Widerstand indigener Gemeinden gegen einen von der Regierung geplanten Windkraftpark in der südmexikanischen Landenge von Tehuantepec.
Anschließend: Diskussion mit dem Produzenten
www.somosvientodocumental.wordpress.com

mit Steffen Maurer (Collectivo KoLibrI, Bremen)
Carl-Zeiss-Straße 3, R384 / 20 Uhr

DONNERSTAG, 26. JUNI 2014
// „ZAPATISMUS RELOADED? – ANSÄTZE UND EINFLÜSSE DES ZAPATISMUS AUF DIE GLOBALISIERUNGSKRITISCHE BEWEGUNG“
Vortrag und Diskussion zu den inhaltlichen Positionen und den Organisationsformen der Zapatistas

mit Luz Kerkeling (YaBasta-Netzwerk, Münster)
Carl-Zeiss-Straße 3, R384 / 19 Uhr

FREITAG, 27. JUNI 2014
// „UNLIEBSAME AUGEN – MENSCHENRECHTSBEOBACHTUNG IN CHIAPAS“
Vortrag und Gespräch über die Situation in den zapatistischen Gemeinden in Chiapas und die Arbeit in den sogenannten „Zivilen Friedenscamps“
www.carea-menschenrechte.de

mit Hannah Goebel (Carea e.V., Münster)
Carl-Zeiss-Straße 3, R384 / 19 Uhr

SAMSTAG, 28. JUNI 2014
// „¡OTRO MUNDO ES POSIBLE!- 20 JAHRE ERFOLGREICHER KAMPF DER ZAPATISTAS UND WIR“
Umfassender interaktiver Workshop (6-7 Stunden) zu den theoretischen und praktischen Ansätzen der Zapatistas, deren Übertragbarkeit auf unsere Verhältnisse und Formen der globalen Solidarität. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung sollen die basisdemokratischen und solidarischen Strukturen in Verwaltung, Bildungs- und Gesundheitswesen usw. stehen.
→ Anmeldung bitte über: joeibisch@gmx.de

mit Martin (Gruppe Alerta!, Düsseldorf)
der „RAUM“ in der Wagnergasse / 11 Uhr

organisiert durch:
– AK LzaS des Stura der FSU Jena

gefördert durch:
– AK Politische Bildung (FSU Jena)
– Referat für Menschenrechte (FSU Jena)
– demokratischer Jugendring

Den Burgfrieden brechen – Antifaschistische Demonstration am 21.06. in Kahla

Thüringen, das braune Herz Deutschlands? Berichte über die Anfangsjahre des Nationalsozialistischen Untergrunds und das „braune Haus“ sorgen für Gänsehaut, aber aktuell gibt es vermeintlich keine offen auftretenden Nazis in der Jenaer Innenstadt. Also: Alles in Ordnung in Jena?

Nein, vielmehr hat sich der Szeneschwerpunkt mit dem Nutzungsverbot für das „braune Haus“ einfach von Jena nach Kahla verlagert. Wenn wir also dazu aufrufen, den Burgfrieden zu brechen, gilt das nicht nur für die Leuchtenburg als Identifikationsobjekt für Heimatliebe und Deutschtümelei, sondern vor allem auch für die Burg 19 als Anlaufpunkt des Freien Netzes (FN) Kahla, das mit dem Freien Netz Jena weitgehend identisch ist.

Dass die NPD in den Kahlaer Stadtrat einzieht, war leider zu erwarten. Dass sie dies jedoch mit einem Ergebnis von 8,6 % schaffte, erstaunte dann leider doch. Es ist eines der höchsten Ergebnisse der Partei in Thüringen, wobei sie ihre Sitze in Stadt- und Gemeinderäten allgemein mehr als verdoppeln konnte. Das Besondere dabei ist, dass es sich bei den Kandidaten weniger um alteingesessene NPD-Kader handelt, sondern um Mitglieder des Freien Netzes Kahla. Hier zeigt sich mal wieder die Symbiose von Freiem Netz und der NPD. Dass die Kandidaten dabei strafrechtlich keine unbeschriebenen Blätter sind erklärt sich fast von selbst. Der Stadtratskandidat David Buresch beispielsweise war an mehreren Angriffen auf andersdenkende in Jena und Dortmund beteiligt.

In Kahla hat das Freie Netz ein System der Angst etabliert, welches ein Leben für antifaschistisch oder zivilgesellschaftlich engagierte Menschen und solche, die nicht in das Weltbild der Nazis passen, unerträglich macht. Gerade die permanenten Angriffe, Einschüchterungen oder Bedrohungen offenbaren ein klares Bild dieses Systems. Darüber hinaus zeichnete sich das Freie Netz beim letztjährigen Thüringentag der nationalen Jugend dadurch aus, dass es ganz offen Solidarität für den inhaftierten mutmaßlichen NSU-Helfer Ralf Wohlleben forderte und Gelder für ihn sammelte.

Dabei kann die Kahlaer Szene auf etablierte rechte Infrastruktur zurückgreifen. 2011 erwarben mehrere Neonazis die Burg 19, in der nicht nur der Kreistagsspitzenkandidat Hendrik Radtke wohnt, sondern auch Liederabende oder Mensurfechten neonazistischer Burschenschaften stattfinden. Darüber hinaus wohnen in der Burg 19 ein Mitglied des Aktionsbüros Mittelrhein, gegen das wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt wird und ein wegen versuchten Todschlags zu 5 Jahren Haft verurteilter Neonazi aus Berlin.

So ist Kahla zweifelsfrei ein Rückzugsort für organisierte Neonazis. Doch den Burgfrieden brechen meint mehr. Es ist der Gesamtzustand in Kahla, wegen dem es einer Intervention bedarf. Dieser Zustand zeichnet sich durch die seit einigen Jahren kontinuierlich zunehmenden Naziaktivitäten und die Ignoranz großer Teile der Bevölkerung aus. Wenig überraschend ist es daher, wenn Vertreter der CDU fordern, dass man, da die Nazis demokratisch gewählt worden sind, “ganz normal und ohne Diskrepanz miteinander umgehen”(OTZ) müsse.

Das wollen wir nicht hinnehmen und rufen deshalb am 21. Juni 2014 um 15 Uhr zu einer antifaschistischen Demonstration am Bahnhof in Kahla auf, um dem braunen Mob und den ignoranten Bürger_innen entgegenzutreten. Den Burgfrieden in Kahla brechen!

DAS HERRSCHAFTSKRITISCHE SOMMERCAMP 2014

Wie immer mit dem Besten aus Kulturindustrie und Gesellschaftskritik.

28.07. – 03.08. I Thüringen 

Auf dem alljährlichen Sommercamp der NFJ Berlin werden wir uns acht Tage lang politischen Diskussionen, Badespaß und Partys in der heißen Julisonne widmen. In Workshops, bei Film- und Diskussionsabenden wollen wir die gesellschaftlichen Verhältnisse kritisieren. Wir werden den gesellschaftlichen Alltag näher betrachten und untersuchen, welche Rolle Herrschaft in ihm spielt. Genauso wollen wir aber herausfinden, wie das schöne Leben aussehen könnte: Wer möchte, kann sich den Bauch in der Sonne verbrennen, in Hängematten unter Bäumen ein Buch lesen, Verstecken spielen oder abends beim Film schauen entspannen. Das Sommercamp findet in Thüringen statt und es wird für die gemeinsame Anreise einen Bus aus Berlin dorthin geben.

Bisher stehen Folgende Workshops:

  • Rassistische Mobilisierung in Deutschland durch antiziganistische Diskurse
  • Einführung in die Kritik des Antisemitismus
  • Make Capitalism History – Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie
  • Rassistische Mobilisierung in Schneeberg
  • Workshop zu Zines
  • Wer oder was sind eigentlich diese Antideutschen?
  • Der Genozid in Ruanda und die deutsche Linke
  • 2 1/2 Jahre nach Auffliegen des Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) Eine Bestandsaufnahme anlässlich des Prozesses
  • Rassistische Mobilisierung in Deutschland durch antiziganistische Diskurse
  • Politik und Moral
  • Vortrag und Diskussion von Rassismus tötet! Leipzig
  • Psychoanalyse als Gesellschaftskritik
  • Das Gespenst des Hipsters – Ressentiment und Entdifferenzierung
  • Reaktionäre. Ein Überblick
  • Nazis, RAF und der Engel der Geschichte: Nachgeschichte der Shoah in der Bundesrepublik in den Filmen Thomas Harlans

Außerdem:

Feministisches Serienquiz, Filmabende, Party und Lesungen… to be continued

// Anmeldung, Ankündigungstexte und mehr Infos unter:

www.linkes-sommercamp.de

// Oder werdet undere Freund*innen bei facebook:

https://www.facebook.com/events/833382750009324/?fref=ts

Alle Jahre wieder! Der Coburger Convent

Auch dieses Jahr wird es leider den Coburger Convent wieder geben und daher auch unsere Proteste gegen eben diesen.

Besser spät als nie wird nun auch unsere Seite auf den neusten Stand gebracht.

Lest euch unseren Aufruf durch, macht euch Gedanken und kommt an Pfingsten nach Coburg. Zeigt den Burschis, dass auch eine Gesellschaft jenseits von Sexismus, Rassismus, Nationalismus, Autoritarismus, Militarismus, Elitarismus und Antisemitismus möglich ist!

In diesem Sinne: LIEBER NACKT ALS VOLLWICHS!!!

Stimmungsmache gegen Flüchtlinge in Eisenberg

In Eisenberg rumort es. Die Kreisstadt des Saale-Holzland-Kreises liegt knapp 35 Kilometer von Jena entfernt. Viel zu erzählen gibt es über dieses Provinznest eigentlich nicht. Doch seit geraumer Zeit beginnt sich der Volksmob zu formieren. Seit Jahren liegt hier die Thüringer Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge. Und nun beginnt man sich über die angeblich kriminellen Flüchtlinge zu beschweren. Innerhalb weniger Tage konnte sich die Seite „Für Eisenberg – Gegen die Landesaufnahmestelle“ über nicht ganz Tausend Likes freuen. Die Seite sei nicht rassistisch so die „Inhaberin“ Christina Dorna, sie möchte nur wieder „sicher“ in Eisenberg leben können. Steif und fest behauptet sie, sie sei kein Nazi. Doch bereits am Gründungstag der Seite postete sie einen Artikel aus der Deutschen Stimme, dem Parteiorgan der NPD. Ob das Dummheit ist?

image

Darüber hinaus existiert seit längerem die Gruppe „Es reicht uns Eisenbergern“ in der um einiges weniger zurückhaltend agiert wird. Hier paart sich das Gerede von kriminellen Ausländern ganz offen mit Nazi-Musik und ähnlichem. Auch die NPD mischt hier mit. Bereits am 11. April forderte sie die Landesaufnahmestelle „Dichtmachen! Eisenberger Bürger schützen!“.

Doch es ist nicht nur diese Seite, die die Stimmung in der Stadt anheizt. Auch die kärgliche Regionalpostille OTZ und der MDR machen Stimmung gegen die Flüchtlinge. (Bsp 1, Bsp 2)

Dass die NPD auf ihrer Wahlkampftour am kommenden Dienstag auch in Eisenberg Halt macht ist daher nur wenig erstaunlich. Daher bleibt uns nur zu sagen, wir sehen uns am Dienstag in Eisenberg und stellen uns den Rassist_innen entgegen, damit diese Farce ein Ende findet!

Weitere Infos folgen in den kommenden Tagen!