Erinnern heißt kämpfen! – 9.November in Jena

Der Flyertext von Pekari zum heutigen Tag.

Das geläuterte(?) Volk marschiert wieder…

Heute vor 78 Jahren, am 9. November 1938, fanden die Novemberpogrome statt, bei denen über 400 Jüd*innen ermordet, unzählige Synagogen, Geschäfte und Wohnungen jüdischer Menschen verwüstet oder in Brand gesteckt wurden. Am darauffolgenden Tag wurden bis zu 30.000 Jüd*innen in Konzentrationslager gebracht. Dieses Datum markiert den traurigen Übergang von der Diskriminierung und Ausgrenzung zur systematischen Gewaltanwendung gegen Jüd*innen, die in der Shoa endete.

Wir empfinden es deshalb als besonders unerträglich, dass Rassist*innen, Antisemit*innen und Neofaschist*innen wie die von Thügida an einem solchen historischen Tag die Opfer nationalsozialistischer Gewalt verhöhnen – an einem Tag, der dem Gedenken an die Opfer gehören sollte. Es ist zu begrüßen, dass am 9.11. in vielen Städten in Deutschland Gedenkveranstaltungen abgehalten werden und die Mittäter*innenschaft der deutschen Bevölkerung an den Verbrechen des Nazi-Regimes zumindest offiziell nicht mehr geleugnet wird. Allerdings wird die Erzählung des „geläuterten Deutschlands“ (Gauck 2013), das aus der Vergangenheit gelernt habe, bei genauer Betrachtung unglaubwürdig: Zu häufig wird noch der vielbeschworene „Schlussstrich unter die deutsche Vergangenheit“ gefordert, zu häufig wird noch versucht, Deutschland in die Opferrolle zu zwängen, zu häufig wird „den Juden“ noch vorgeworfen, die Shoa für ihre Interessen zu instrumentalisieren, den deutschen Diskurs zu manipulieren und so weiter.
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Offener Brief an Pekari von CC, JURI & JAPS

Am 2.11. schrieben Club Communism (Sektion Jena/Erfurt), JURI – Linke Gruppe und JAPS einen offenen Brief an Pekari und die Orga-Gruppe der ALOTA.

Liebe ALOTA-Vorbereitungsgruppe, liebe Pekaris,
im Rahmen der maßgeblich von Pekari organisierten und durchgeführten Alternativen Orientierungstage (ALOTA) 2016 in Jena, gab es am 18. Oktober 2016 den Workshop bzw. Vortrag „Antisemitismus erkennen, eingrenzen und kritisieren“. Diese Veranstaltung hat einige von uns irritiert zurückgelassen und macht es für uns notwendig, mit euch ein Gespräch über Antisemitismus zu suchen. Die Veranstaltung hat unserer (nachfolgend kurz begründeter) Ansicht nach ihrem Anspruch, über Antisemitismus aufzuklären, nicht einlösen können und stattdessen Antisemitismus teils sogar verharmlost und einer linksradikalen Kritik am Antisemitismus entgegengewirkt.
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Demo in Zwickau am 5.11.: Irgendwo in Deutschland

Zum fünften Mal jährt sich 2016 die Selbstenttarnung des NSU, dessen Terror in Jena seinen Ursprung hat. Anlässlich dessen findet am Samstag, den 5. November 2016, in Zwickau eine Demonstration gegen den rassistischen Normalzustand statt. Sie beginnt um 14 Uhr am Bahnhof. Anreiseverabredungen gibt es aus Berlin, Dresden, Hamburg, Leipzig und Rostock. Von Jena ist Zwickau innerhalb von 1,5h per Zug zu erreichen.

Die Aufrufenden schreiben:

#Zwickau0511 gösterisi için çağrımız şimdi Türkçe de mevcut

The appeal for #Zwickau0511 is also available in English.

Am 04.11.2016 jährt sich die Selbstenttarnung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) zum fünften Mal. Nirgendwo lässt sich der gesamtgesellschaftliche Rassismus in Deutschland derart deutlich aufzeigen, wie an den Taten des NSU und deren Aufarbeitung. Das Kerntrio, das jahrelang „unentdeckt“ durch die Bundesrepublik ziehen konnte, war verantwortlich für die neun rassistischen Morde an Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık und Halit Yozgat, sowie für den Mord an Michèle Kiesewetter. Bei den drei Sprengstoffanschlägen in Köln und Nürnberg wurden viele Menschen verletzt, nur durch Glück wurde niemand getötet.

Ermöglicht wurde diese Terrorserie durch einen Rassismus, der das Handeln der meisten Menschen in diesem Land, staatlicher Behörden und der Polizei bestimmt. Rund um die Taten des NSU zeigt sich eine arbeitsteilige Verknüpfung von schweigender bis zustimmender Bevölkerung und den mörderischen Aktionen der Neonazis.
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Am 10. September nach Gera: Antifa bleibt Landarbeit!

An diesem Samstag ist Demo in Gera unter dem Motto „Antifa bleibt Landarbeit“. Der Aufruf appelliert an linke Menschen, die in die Großstädte gegangen sind (oder von dort kommen), die Leute nicht zu vergessen, die in den kleineren Städten oder Dörfern leben und versuchen dort antifaschistisch zu sein, was viel zu oft extrem beschissen läuft.
Also zeigt euch solidarisch mit den Leuten vor Ort und kommt Samstag um 13 Uhr nach Gera zum Sachsenplatz. Vergesst eure Freund*innen nicht und passt auf euch auf.
Hier der Aufruf von den Genoss*innen. Für weitere Informationen checkt die Internetseite http://landarbeit.blogsport.de.

Stadt, Land, Fluss verteidigen!
Antifaschistische Strukturen in der Provinz basieren meist auf persönlichen Kontakten und auf kleinen subkulturellen Milieus. Sie sind überschaubar und beschränken sich in der Regel auf konkretes Handeln zu gegebenen Anlässen. Eine inhaltliche Ausdifferenzierung, Debatten, Diskurse, Dissens wie in größeren Städten und Metropolen mit personell starken Gruppen können selten stattfinden. Antifa auf dem Land ist undogmatisch. Oft hängt die Arbeit vor Ort stark an einzelnen Personen. Ein Rück- oder Wegzug Einzelner kann die Handlungsfähigkeit lokaler Gruppen einschränken oder gar zum Erliegen bringen.
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Kein Vergeben, kein Vergessen – Antifademo in Heidenau am 21. August

Am kommenden Sonntag, den 21. August, findet anlässlich des Jahrestages der rassistischen Ausschreitungen in Heidenau eine Antifademo statt. Für alle, die Heidenau noch nicht kennen oder nach einem Jahr Sehnsucht haben, dieses Drecksnest mal wieder zu sehen, sei diese Strafexpedition in einen der deutschsten Orte Deutschlands dringend empfohlen. Folgend der Aufruf:

Wir vergessen nicht! Das Schweigen in der sächsischen Provinz brechen!

Am 21. und 22. August jähren sich die pogromartigen Ausschreitungen von
Heidenau zum ersten Mal. Kein Vergeben, kein Vergessen – Antifademo in Heidenau am 21. August weiterlesen

Gegen die Thügida-Demo am Mi (17.8.16)

… oder wie JURI es nennen: Take them down in Paradise city! Nicht nur die linke Gruppe aus Jena ruft dazu auf, sich am Mittwoch, den 17. August, den Nazis entgegen zu stellen. Auch die Leute vom antifaschistischen Saalfelder Jugendbündnis haben ihre Gedanken zum de facto Heß-Todestag-Gedenkmarsch in ein paar Worte gefasst. Und das obwohl es in Saalfeld selbst genug zu tun gibt. Danke für die Solidarität an dieser Stelle!
Ihr braucht noch mehr Infos zu Mittwoch? Dann hilft aktuell nur der twitter-Kanal ‚Läuft nicht!‘.

Die Eckdaten sind klar: Gegen die Thügida-Demo am Mi (17.8.16) weiterlesen

Am 20.7. warm-up gegen Thügida in Jena

Am Mittwoch, den 20. Juli, werden Thügida mit ihrem Wurstmobil von 12 bis 15 Uhr in Jena auf dem Marktplatz zu Besuch sein. Seit David Köckerts Rückzug von der NPD widmet sich er völlig seinem Projekt Thügida und tourt seit dem letzten Besuch in Jena (20. April) weiter durch das Land. Bevorzugt nach Ostthüringen und Sachsen, aber auch runter nach Südthüringen und Nordbayern bis rauf nach Niedersachsen und Berlin fahren die Thügida-Nazis, um ihre Menschen verachtende Scheiße unter die Leute zu bringen und ihr rechtes Netzwerk zu pflegen. Nun also mal wieder nach Jena.
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Auswertung zum 20.04.

Folgend eine Dokumentation der lesenswerten Auswertung des 20. April von JURI:

„Der Aufmarsch von Thügida in Jena zum Geburtstag Adolf Hitlers am 20.April und die unterschiedlichen antifaschistischen Proteste am Tag sind nun schon einige Zeit her. Neben diversen Videos und einer ausführlichen Presseberichterstattung fand eine breite Diskussion um den Aufmarsch und die Proteste statt. Auch wenn Thügida dank einer polizeilichen Wagenburg rund um die Aufmarschstrecke und dem manchmal zu zögerlichen Verhalten der Gegendemonstrant_innen nicht gestoppt werden konnte, ziehen wir als radikale Linke und Antifaschist_innen eine positive Bilanz des Tages. Über 3.000 Menschen, die rund um die polizeiliche Wagenburg unterwegs waren, um an Protesten an der Wegstrecke von JG, StuRa und Parteien, an der antifaschistischen Jugenddemonstration, an Blockadeversuchen wie am Theaterplatz durch Einzelpersonen oder durch das Aktionsnetzwerk und schließlich – nach dem Scheitern all dieser Versuche – an Angriffen auf die Neonazidemonstration beteiligt waren, sind bemerkenswert.
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Ein Blick knapp über den Tellerrand

Im Dorf Schöngleina am Stadtrand vor Jena war letzten Sonntag Bürgermeisterwahl. Der Organisator der örtlichen Mahnwachen gegen die Unterkunft minderjähriger unbegleiteter Geflüchteter, Jörg Tonndorf, bekam knapp 70 Stimmen und scheiterte so. Dennoch lohnt es, angesichts dieses Wahlergebnisses (Schöngleina hat ca. 450 Einwohner_innen) noch einmal daran zu Erinnern, das Antifaschismus auch heißt, ein paar hundert Meter über die Stadtgrenze hinaus zu schauen. Daher folgend ein Beitrag, der vor einer Woche bei linksunten.indymedia.org erschien:
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Naziaufmärsche verhindern: You can get it if you really want!

In den nächsten drei Wochen Diese Woche stehen in Nord-West-Thüringen (mal wieder) mehrere Nazi-Demonstrationen auf dem Plan.
Am Samstag, den 19. März, in Eisenach.
Am Donnerstag, den 31. März, in Heilbad Heiligenstadt.
Und am Samstag, den 2. April, in Gotha.
Alle Orte sind von Jena aus mit dem Zug zu erreichen; Heiligenstadt und Gotha sogar ohne Umstieg (mit dem Regionalexpress, stündlich ab West-Bhf bzw. ab April vom Paradies aus). Seid solidarisch: Unterstützt die Antifaschist_innen vor Ort!
Zu Gegenprotesten in Heiligenstadt und Gotha wird unter dem Motto You can get it if you really want aufgerufen. Mehr Infos unter: youcangetit.blogsport.de An dieser Stelle sei der Aufruf dokumentiert.

YOU CAN GET IT IF YOU REALLY WANT – RECHTE AUFMÄRSCHE VERHINDERN
Als im vergangenen Jahr, fast pünktlich zum Jahreswechsel 2014/2015, der syrische Bürgerkrieg auch in Europa spürbar wurde, mussten die ersten Geflüchteten ihre Quartiere in thüringischen Niemandsländern beziehen. Es passierte, was keiner glauben wollte, jedoch jede und jeder ohne Wahrnehmungsstörungen erkannte: Die Eingeborenen gruben Fackel und Forke ebenso schnell aus wie die Parteienlandschaft Europas die Nationalstaaterei.
Dass überall in der thüringischen Peripherie eine vernetzte und koordinierte Bedrohung von Leib und Leben für Geflüchtete und deren
UnterstützerInnen auf der Straße tobt, verdeutlicht nur eines: Auf dem Land ist der Staat nicht bis kaum vorhanden, und so er es denn ist,
versagt er in der Ausübung seiner Pflichten, die Würde und die körperliche so wie geistige Unversehrtheit des Einzelnen zu erhalten.
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