Am 20.7. warm-up gegen Thügida in Jena

Am Mittwoch, den 20. Juli, werden Thügida mit ihrem Wurstmobil von 12 bis 15 Uhr in Jena auf dem Marktplatz zu Besuch sein. Seit David Köckerts Rückzug von der NPD widmet sich er völlig seinem Projekt Thügida und tourt seit dem letzten Besuch in Jena (20. April) weiter durch das Land. Bevorzugt nach Ostthüringen und Sachsen, aber auch runter nach Südthüringen und Nordbayern bis rauf nach Niedersachsen und Berlin fahren die Thügida-Nazis, um ihre Menschen verachtende Scheiße unter die Leute zu bringen und ihr rechtes Netzwerk zu pflegen. Nun also mal wieder nach Jena.

Zuletzt vor fast drei Monaten gelang es Thügida mit Hilfe von Polizei und Versammlungsbehörde eine Runde durch die Jenaer Innenstadt zu drehen, inklusive Fackeln und Gegeifer von Köckert. Da ihnen das anscheinend gut gefallen hat und sie sich wohl dachten ‚Scherben bringen Glück’, haben Thügida für den 17. August gleich die nächste Demo angemeldet. Wer sich an Adolf Hitlers Geburtstag versammelt, tut dies eben auch gerne am Todestag seines Stellvertreters Rudolf Heß. Ob der 20. Juli ebenfalls ausgewählt wurde, um einen historischen Bezug zum Nationalsozialismus herzustellen (gescheitertes Attentat auf Hitler); wer weiß.

So oder so kann die Stippvisite von Thügida in Jena am 20. Juli, nur als warm-up dienen für die Proteste gegen die Demo der Arschlöcher vier Wochen später. warm-up bedeutet in diesem Falle schon mal die eine oder andere Ausdrucksform der Ablehnung gegenüber den Nazis auszuprobieren, aber die eigenen Kräfte noch nicht voll aufzubrauchen. Entspannt mal eine Runde zu drehen, aber noch keinen Sprint hinzulegen. Die Schultermuskulatur zu lockern, ohne sie zu belasten.

Dabei sollten wir uns in Erinnerung rufen, dass die Folgen der letzten Thügida-Demo in Jena nicht nur halb-positive Auswertungstexte waren, sondern eben auch die Gründung der SoKo Fackel durch die Jenaer Polizei. So ist schon für den 20. Juli damit zu rechnen, dass die örtlichen Hüter von Recht und Ordnung äußerst wachsam sein werden. Dies kann ganz konkret bedeuten, dass (wie schon im letzten Jahr) gezielt mit Hilfe von Fotos nach vermeintlichen Straftäter_innen gefahndet wird, die sich unter den Protestierenden oder im Innenstadtgebiet befinden könnten. Erwartbar ist auch, dass mehr Polizei in Zivil auf den Straßen ist, um ‚Straftaten’ zu beobachten und die ‚Täter_innen’ der Festnahme zuzuführen. Für den 17. August muss damit auf jeden Fall gerechnet werden, was für die eine oder den anderen nur bedeuten kann, mal zu Hause zu bleiben oder eine ruhige Kugel zu schieben.

Nichts desto trotz wäre es auch im sogenannten Jenaer Sommerloch wichtig, dass die rechtsradikale Propaganda-Veranstaltung am Mittwoch in zehn Tagen auf dem Marktplatz nicht widerspruchslos hingenommen wird. Und falls jemand an einem Werktag keine Zeit hat: am Samstag vorher gibt es von den gleichen Deppen einen Fackelmarsch (surprise surprise) in Rudolstadt, was übrigens nur 30 Minuten Zugfahrt entfernt ist.

Smash fascism! Passt auf euch und einander auf!

Antifaschistinnen und Antifaschisten aus Jena