Gegen die Thügida-Demo am Mi (17.8.16)

… oder wie JURI es nennen: Take them down in Paradise city! Nicht nur die linke Gruppe aus Jena ruft dazu auf, sich am Mittwoch, den 17. August, den Nazis entgegen zu stellen. Auch die Leute vom antifaschistischen Saalfelder Jugendbündnis haben ihre Gedanken zum de facto Heß-Todestag-Gedenkmarsch in ein paar Worte gefasst. Und das obwohl es in Saalfeld selbst genug zu tun gibt. Danke für die Solidarität an dieser Stelle!
Ihr braucht noch mehr Infos zu Mittwoch? Dann hilft aktuell nur der twitter-Kanal ‚Läuft nicht!‘.

Die Eckdaten sind klar: Die Thügida-Nazis reisen warscheinlich über den Saalbahnhof an und starten ihren Aufzug durch das Damenviertel um 19 Uhr zwischen dem Botanischen Garten und der ThULB (= Bibliotheksplatz). Die Route führt von dort rechts über den Bibliotheksweg, dann nach links in die Sophienstrasse. Diese bis zum Ende, nach links in die Theo-Neubauer-Straße, wo der Bogen gezogen wird, um dann wieder links in ‚Am Planetarium‘ einzubiegen. Die komplette Länge der Straße geht’s dann zurück zum Startpunkt, den Bibliotheksplatz. Mehr als genug Weglänge also, um das Damenviertel mit menschenverachtenden Müll voll zu pläken, wie es Köckert aus seinem Wurstmobil so gerne tut. Macht euch selbst im vorhinein ein Bild oder noch besser eine Karte.

Für diesen Mittwoch gilt immer noch das Gleiche wie für den letzten: Passt auf euch auf. Denn die Bullen suchen nach Leuten, denen sie was anhängen können, auch für vergangene Tage. Also achtet auf Zivis und macht euch zusammen mit eurer Gruppe vorher Gedanken, was ihr mit dem Tag anfangt.

Zu diesen Gedanken lohnt ein Blick auf die Allgemeinverfügung der Stadt Jena, die Albrecht Schröter am 8. August unterschrieben hat: Neben allgemeinen Auflagen für alle Versammlungen, die unter anderem eine Lautstärkebegrenzung auf 85 Dezibel (also nicht zu laut skandieren!) und ein Verbot mit Flüssigkeit gefüllter Kondome beinhalten, beinhalten diese ein Versammlungsverbot ab 6 Uhr morgens für folgende Straßen:

1. Am 17.08.2016 sind in der Zeit von 06:00 Uhr bis 24:00 Uhr sind im Bereich der Aufzugsstrecke „ThüGIDA“ (Bibliotheksplatz – Bibliotheksweg – Sophienstraße – Theo-Neubauer-Straße – Am Planetarium) öffentliche Versammlungen und Aufzüge untersagt. […]
2. Ausgenommen von diesem Verbot sind die Teilnehmer der Versammlung und des Aufzugs der „ThüGIDA/Wir lieben Ostthüringen“ unter dem Thema „Bezahlten linken Terror beenden!!!“.
3. Am 17.08.2016 sind zur Aufrechterhaltung des Straßenverkehrs und zur Gewährleistung des Rettungsdienstes in der Zeit von 06:00 Uhr bis 24:00 Uhr auf folgenden Straßen: Fürstengraben – Lutherplatz – Kreuzung Am Anger / Wiesenstraße – Am Anger – Am Eisenbahndamm bis Kreuzung Fischergasse, Löbdergraben – Fischergasse – Stadtrodaer Straße, öffentliche Versammlungen und Aufzüge untersagt.

Ob dieses für Jena ungewohnte Repressionsmittel tatsächlich vorrangig dazu dient, den Straßenverkehr am fließen zu halten, ist noch nicht abzusehen. Möglich wäre auch, dass es Maßnahmen erleichtern soll, die Gegenprotestierende am Verlassen der Innenstadt südlich des Fürstengrabens hindern. Und auch wenn wir erwarten, dass die Nazis, die mit dem Zug anreisen, über den Saalbahnhof ins Damenviertel geleitet werden (oder unbegleitet laufen dürfen), bietet diese Allgemeinverfügung die erleichterte Möglichkeit, den Weg vom und zum Paradiesbahnhof für die Nazis freizuhalten.

See you at the barricades!