Eingesendet: Neue Internetpräsenz der Antifa Task Force

zu finden unter: https://systemausfall.org/atf-jena/

Nach geraumer Zeit der Netzabstinenz melden wir uns nun mit der neuen Homepage zurück. In der Zwischenzeit gab es natürlich einiges zu tun, Nazis, Rassist_innen, Antisemit_innen, Sexist_innen und Deutschland gibt es offensichtlich immer noch. Die einzelnen Berichte hierzu werden schnellstmöglich nachgereicht. Ausserdem versuchen wir das Angebot unser alten Homepage eins zu eins nachzutragen, sodass Menschen, die sich für unsere Aktionen interessieren ein ähnliches Informationsangebot erhalten. In diesem Zusammenhang versuchen wir ebenfalls unsere kleine PDF- Bibliothek um weitere interessante Texte zu erweitern. Falls ihr euch auch intensiver mit antifaschistischer Politik auseinandersetzen wollt, kontaktiert uns doch einfach.

Eure ATF

Reaktion des Referates gegen Rechts auf offenen Brief der ATF

gerade gefunden, siehe: http://www.stura.uni-jena.de/stura/referate/gegenrechts/akt-rechts/reaktion-auf-offenen-brief-der-atf-jena

Reaktion auf offenen Brief der ATF-Jena

Die ATF Jena hat einen offenen Brief an die Tierschutzgruppe “Reflex” geschrieben und diesen auf dem lokalen Internetportal antifa-jena.info.tm hochgeladen. Sie kritisieren darin die Ausstrahlung des Films “Earthlings” von Shaun Monson. In den Anfangssequenzen dieses Films, werden Bilder aus Schlachthöfen neben Bildern aus Auschwitz gezeigt. Die ATF kritisiert die somit entstandene Gleichsetzung der Shoa mit der Schlachtung von Rindern, Schweinen und anderen Tieren in den riesengroßen Schlachthöfen in Deutschland und überall auf der Welt.
In dem die Bilder im selben Atemzug gezeigt werden, werden Parallelen zwischen beiden Phänomenen gezogen die so nicht existieren!

Aus Sicht des Referats gegen Rechts, ist es selbstverständlich aus ökologischen sowie ethischen Gründen heraus, über den Verzicht von Fleisch nachzudenken. Sobald jedoch aus dem reinen Verzicht auf Fleisch eine Ideologie wird, zu deren Durchsetzung alle Mittel recht sind, in der sich auch vegetarische Nazis zu Hause fühlen könnten bzw. können ist das bedenkenswert.

Warum positioniert sich nun das Referat gegen Rechts auch zu der Veranstaltung von “Reflex”?

Die Shoa ist ein einmaliges Verbrechen was von Deutschland ausging und viele antisemitische Helfershelfer in ganz Europa fand. Es ging bei der sog. “Endlösung der Judenfrage”, wie die ATF das sehr richtig betont, um die vollständige Vernichtung des Judentums. Es ging um die physische, restlose Vernichtung der Jüdinnen und Juden, es ging um die Eliminierung der jüdischen Kultur.

Wenn Bilder aus den deutschen Vernichtungszentren zugleich mit dem Töten von Schweinen oder Rindern gezeigt wird, sei es kommentiert oder unkommentiert, so ist dies nichts anderes, als eine Verharmlosung der Verbechen der Shoa. Wenn dies geschieht, ergeben sich in der Tat Anknüpfungspunkte für Nazis.

Zugleich ist es problematisch wenn gerade in Deutschland wieder (oder weiterhin), so erschreckend unreflektiert mit dem Thema umgegangen wird. Wenn dies von, sich selbst wahrscheinlich als “alternativ” bezeichnenden, Strukturen betrieben bzw. gefördert wird, sollte vermutlich innerhalb dieser Strukturen ein Diskurs über die eigene politische Positionierung stattfinden.

Wir hoffen, dass ihr euch das Ausstrahlen dieses Films noch einmal überlegt und zu konstruktiveren Methoden findet, die Menschen vom Fleischkonsum abzuhalten. Denn das wäre so oder so wünschenswert.

Das Referat gegen Rechts

Warum Auschwitz kein Schlachthof war und Antisemitismus kein Phänomen vom Mond ist

Warum Auschwitz kein Schlachthof war und Antisemitismus kein Phänomen vom Mond ist

Offener Brief der ATF an die Tierrechtsgruppe Reflex

Liebe Reflexer_innen,

wir haben erfahren, dass ihr am Montag, den 01. November 2010 im Anschluss an einen Vortrag zum Thema Veganismus den Film „Earthlings“ von Shaun Monson zeigen wolltet. Desweiteren ist in der Veranstaltungsankündigung des Cafe Wagner zu entnehmen, dass ihr am Sonntag, den 14. November 2010, erneut diesen Film vorführen wollt.

Euch ist sicherlich bekannt, dass es einige Kritik an diesem Film gibt. An diese Kritik wollen wir mit diesem offenen Brief anknüpfen. Dabei fassen wir uns bewusst kurz, da schon viele Gruppen vor uns dieses Thema ausführlich bearbeitet haben und eine längere, fundierte Kritik den Rahmen eines offenen Briefs sprengen würde.

In der Eingangssequenz von „Earthlings“ werden neben Bildern aus Schlachthöfen auch Filmaufnahmen aus Auschwitz gezeigt. Dabei versichert der Sprecher zudem, dass der Vergleich von Massentierhaltung mit dem Holocaust bewusst gewählt wurde. Dieser Vergleich hinkt nicht nur, er ist inakzeptabel. Es ist traurig, diese Kritik immer wieder formulieren zu müssen, aber anscheinend haben einige bornierte Tierrechtler_innen die Besonderheit von Auschwitz noch immer nicht reflektiert oder wollen dies bewusst nicht.

Betrachtet man nur die phänomenologische Ebene beider Tatsachen, könnte man sich wirklich zu der verkürzten Annahme hinleiten lassen, dass es Parallelen zwischen dem industriellen Massentöten von Tieren in Schlachthöfen und dem von Menschen in Auschwitz gäbe. Jedoch bleiben bei einem solchen Vergleich das spezifische Wesen des NS-Vernichtungsantisemitismus und dessen historische Genese völlig unbeleuchtet. Im Gegensatz zum massenhaften Töten von Tieren wurden in Auschwitz Jüdinnen und Juden nur um ihrer Vernichtung willen ermordet. Dabei sollte nicht nur den Körpern das Leben ausgehaucht werden. Die ganze jüdische Kultur sollte eliminiert werden, wobei weder Kosten noch Mühen gescheut wurden.

Dahingegen funktionieren Schlachthöfe nach rein ökonomischen Prinzipien. So perfide es auch klingen mag: Rohstoff inklusive Gebrauchswert rein, menschliche Arbeit dazu und voila: Ware inkl. Gebrauchswert, Tauschwert und Mehrwert raus. Natürlich ist es abstoßend, Lebewesen als Ware zu betrachten und zu gebrauchen, jedoch liegt gerade darin der wesentliche Unterschied zur Shoah.

Mit dem in diesem Film angestellten Vergleich wird nicht nur die Shoah relativiert und damit die Singularität von Auschwitz in Frage gestellt, sondern auch die Opfer missbraucht und verhöhnt!

Zudem werden durch Filme wie „Earthlings“ Anknüpfungspunkte für rechte Ideologien geschaffen. Daher ist es auch kein Wunder, dass (vegetarische) Neonazis und andere Antisemiten seit Jahren fast widerstandslos in der Tierrechtsszene aktiv sind.

Deswegen appellieren wir an euch, den Film „Earthlings“ nicht zu zeigen.

ATF Jena

P.S: Zur weiterführenden Lektüre seien euch folgende Texte ans Herz gelegt:

  1. http://ggdnkoethen.blogsport.de/texte/auschwitz-ueberall/
  2. Überraschenderweise ist folgender Text sogar auf eurer Seite verlinkt:
    Zur Kritik der identifikatorischen Instrumentalisierung der Shoah durch PETA