13.06.2012: Film: „Blut muss fliessen“

Vom 11. bis zum 15. Juni 2012 zeigt ein Thüringer Trägerkreis, dem die Landeszentrale für politische Bildung, Mobit e.V. Thüringen, Ezra und die Friedrich-Ebert-Stiftung angehören, in fünf Thüringer Städten den Film “Blut muss fliessen”. Im Anschluss an die Vorführung stehen der Regisseur Peter Ohlendorf und ein Vertreter von Mobit als Gesprächspartner zur Verfügung.

In Jena wird der Film in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, KoKont, den Jugendzentren „Hugo“ und jg Stadtmitte sowie dem Jenaer Aktionsnetzwerk gegen Rechts am 13. Juni an vier verschiedenen Orten gezeigt.

Termine

– 09.30 Uhr Staatliches Berufsbildendes Schulzentrum Jena-Göschwitz

– 14.30 Uhr Jugendzentrum “Hugo”

– 18.00 Uhr Kubus

– 21.30 Uhr JG Stadtmitte

(Quelle: http://www.aktionsnetzwerk.de/cms/index.php)

Stellungnahme der JAPS Jena zu den Geschehnissen in der JG am 11.02.2012 und den Reaktionen

Stellungnahme der JAPS Jena:

Nach einer Reihe von Anfeindungen und Drohungen gegen „antideutsch“ gelabelte Menschen in Jena kam es jüngst auch zu einer körperliche Auseinandersetzung in der JG Stadtmitte.

Unklar ist, in welche Maß Alkohol und eventuell andere Drogen vorhandene Feinbilder und Aggressionen verstärkten.

Im Nachgang veröffentlichten die Betroffenen einen Text, der allerhand krude Kommentare und Bemerkungen nach sich zog. So schreibt der Kamerad Max Mustermann:

„Inzwischen finde ich es direkt ekelhaft das ich (als Anarchist) euch nicht von Anfang an bekämpft hab, wie sich`s gehört, wenn man reaktionären, rechts-konservativen, kriegsverherrlichenden,…Arschlöchern gegenüber steht.“

Das Zitat lässt erahnen, welche Stimmung an diesem Abend in der JG herrschte und welch Geistes Kind die Angreifer_innen und ihre Anhänger_innen sind. Zugleich steht zu befürchten, dass dies nicht der letzte Vorfall dieser Art gewesen sein wird.

Die Association Pomme de Terre empfahl daraufhin Betroffenen, die Täter anzuzeigen, auf Schadensersatz zu klagen und sich so „keinesfalls auf das Recht des größeren Faustkeils einzulassen, sondern die zivilisatorische Errungenschaft des bürgerlichen Rechts zu bemühen.“

Obwohl wir die Einschätzung teilen, dass derartige Konflikte keinesfalls mittels Faustrecht ausgetragen werden können, halten wir auch den Rückgriff auf staatliche Repressionsorgane für problematisch. Zweifelsohne stellt das bürgerliche Recht eine Errungenschaft dar, die nicht durch den Rückfall in das Recht des Stärkeren unterminiert werden sollte. Auch wollen wir einer Einzelperson nicht das Recht in Abrede stellen bei Gefährdungen der körperlichen Unversehrtheit auf eben diese zurückzugreifen. Dennoch lehnen wir im linken Kontext die politische Forderung zu Strafanzeigen und Schadensersatzforderungen ab. Bullen knüppeln regelmäßig in unsere Demos und Staatsanwälte führen politische Prozesse gegen uns. Es wäre vermessen anzunehmen, dass die selben Organe neutral unsere bürgerliche Rechte verteidigen. Im Gegenteil, es wäre nicht das erste Mal, dass die Gelegenheit genutzt wird um im politischen Milieu zu schnüffeln.

Wir verurteilen die aggressive Stimmungsmache gegen und die gewaltätige Auseinandersetzung mit israelsolidarischen Menschen. Wir fordern, dass es zu keiner weiteren Eskalation kommt, weder durch körperliche Gewalt, das Hinzuziehen staatlicher Gewalt noch durch Outings.

Wir erwarten, dass die JG Stadtmitte und andere Veranstalter_innen Gewalttäter konsequent ausschließen. Wer unter dem Schlachtruf „antideutsche Fotzen“ gegen Genoss_innen zum Angriff bläst, hat in linken Zusammenhängen nichts zu suchen.

Übergriff auf israelsolidarische Menschen in der JG

Folgender Beitrag erreichte uns per Mail:

Jena ist bunt nicht braun. Diese Aussage wird zumindest seit November letzten Jahres vehement versucht zu zeigen. Ob dem so ist, soll hier mal dahin gestellt sein. (siehe hierzu „Wessis schämt euch!“, in: Bonjour Tristesse Nr.13)

Jena ist jedoch so bunt, dass es den Anschein macht, dass es hier keine Probleme mit oder für irgendjemanden gibt. Doch weit gefehlt. Am 7. Mai letzten Jahres kam es im Rahmen einer Kapitulationsfeier in der JG zu einem Zwischenfall, der bestimmt nicht der erste war. So wurden die Fahnen der Alliierten verbrannt und es folgte ein Handgemenge mit Menschen die es nicht hinnehmen wollten, dass Fahnen der „Befreier“ verbrannt wurden.

In der Nacht von Samstag, den 11.02 auf Sonntag kam es während einer Party in der Jungen Gemeinde Stadtmitte Jena zu einem Übergriff. Eine Gruppe von geschätzten 15-20 Schläger_innen beleidigte, schubste und prügelte unabhängig voneinander auf 6 israelsolidarische Menschen ein. Diese konnten sich zwar erfolgreich wehren, wurden aber dennoch buchstäblich aus der JG geprügelt. Die Veranstalter_innen hatten die Situation zu dieser Zeit nicht mehr unter Kontrolle. Schlimmere Verletzungen auf Seiten der Angegriffenen blieben zum Glück aus. Es scheint ganz so, also ob für Antideutsche oder aufgrund ihres Aussehens als solche definierte Menschen, ähnliche Verhältnisse zu bewältigen sind, wie es sie derzeit vor allem auch in Hamburg gibt.