Am 10. September nach Gera: Antifa bleibt Landarbeit!

An diesem Samstag ist Demo in Gera unter dem Motto „Antifa bleibt Landarbeit“. Der Aufruf appelliert an linke Menschen, die in die Großstädte gegangen sind (oder von dort kommen), die Leute nicht zu vergessen, die in den kleineren Städten oder Dörfern leben und versuchen dort antifaschistisch zu sein, was viel zu oft extrem beschissen läuft.
Also zeigt euch solidarisch mit den Leuten vor Ort und kommt Samstag um 13 Uhr nach Gera zum Sachsenplatz. Vergesst eure Freund*innen nicht und passt auf euch auf.
Hier der Aufruf von den Genoss*innen. Für weitere Informationen checkt die Internetseite http://landarbeit.blogsport.de.

Stadt, Land, Fluss verteidigen!
Antifaschistische Strukturen in der Provinz basieren meist auf persönlichen Kontakten und auf kleinen subkulturellen Milieus. Sie sind überschaubar und beschränken sich in der Regel auf konkretes Handeln zu gegebenen Anlässen. Eine inhaltliche Ausdifferenzierung, Debatten, Diskurse, Dissens wie in größeren Städten und Metropolen mit personell starken Gruppen können selten stattfinden. Antifa auf dem Land ist undogmatisch. Oft hängt die Arbeit vor Ort stark an einzelnen Personen. Ein Rück- oder Wegzug Einzelner kann die Handlungsfähigkeit lokaler Gruppen einschränken oder gar zum Erliegen bringen.
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Neue Sprechstunde der Roten Hilfe!

Ab sofort hat die Rote Hilfe Jena eine neue Sprechstunde. Wenn ihr Fragen habt, euch beraten lassen wollt oder euch einfach über die Arbeit der Ortsgruppe informieren wollt, dann kommt vorbei.

Die Sprechstunde fndet jeden 2. und 4. Mitt­woch von 19.00 bis 21.00 Uhr statt.

Der nächs­te Ter­min ist also am 14.11.2012 – 19.00 Uhr

Stellungsnahme der Autonomen Antifa Gruppe Weimar zur Demonstration „Solidarität mit Lothar König“

Folgendes erreichte uns per E-Mail:

Warum wir uns als Gruppe mit Lothar König solidarisieren und uns dennoch nicht an der Demonstration „Solidarität mit Lothar König“ am 14.10.2011 in Weimar beteiligen werden.

Wir veröffentlichen diesen Text, um uns einerseits zur angekündigten Demonstration am 14. Oktober zu positionieren und gleichzeitig eine allgemeine Stellungnahme zur neu gegründeten Gruppe „Autonome Linke Weimar Antifa“ abzugeben.
Wir haben erfahren, dass die sogenannte „Autonome Linke Weimar Antifa“, auch bekannt als „Antifa Bündnis Weimar“ für den 14.10.2011 eine Demonstration unter dem Motto „Solidarität mir Lothar König“ angemeldet hat. Für Aktivist_innen, welche die Weimarer Strukturen vielleicht nicht so gut kennen, mag das nach einer durchaus sinnvollen Veranstaltung klingen, an der sich als Antifaschist_innen und Gegner_innen des Repressions-Apparates durchaus beteiligen können und bei der es lohnenswert erscheint „Gesicht zu zeigen“. Wir jedoch sehen die Veranstaltung äußerst kritisch und werden uns dieser nicht anschließen. Dies hat mehrere Gründe.
Unsere Kritik gilt der „Autonomen Linken Weimar Antifa“, welche zur angesprochenen Veranstaltung aufruft. Sie bezeichnet sich selbst als ein „Bündnis aktiver Antifaschistinnen und Antifaschisten, welche politischen Organisationen oder Parteien angehören“ und besteht auch aus Mitgliedern, die einen radikalen und militanten Antifaschismus nicht nur ablehnen, sondern ihm auch aktiv im Wege stehen. Deutlich wurde dies beispielsweise durch die klare Abgrenzung des Bündnisses gegenüber dem Zusammenschluss „Naziaufmarsch zerschlagen!“, welcher sich im Rahmen des angekündigten Naziaufmarsches am 27.August in Weimar gebildet hatte und unter dem Motto „sportlich und dezentral“ zu entschlossenen Aktionen aufrief. Aufgerufen wurde von Seiten des „Antifa Bündnis Weimar“ lediglich für die Kundgebung des „Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus“, kurz „BgR“. Generell sind zum „BgR“ klare Verbindungen erkennbar. Widersprüchlich ist außerdem, dass im Namen des Bündnisses die Worte „Autonom“ und „Antifa“ auftauchen und dieses aber unter anderem von Partei-Mitgliedern der SPD, Grünen und der Linken ins Leben gerufen wurde und unterstützt wird. Autonom zu sein bedeutet für uns, ebenso das parlamentarische System, wie auch alle anderen Missstände dieser Gesellschaft und ihre herrschenden Verhältnisse radikal zu kritisieren und gegen sie vorzugehen.
Viel schlimmer als die mangelnde theoretische und praktische Radikalität dieser Gruppe, ist allerdings ihr Umgang mit den allgemeinen „Sicherheits-Standards“. Im Vorfeld ihrer ersten und bisher einzigen Demonstration, vor etwa zwei Monaten, wurde in dem sozialen Netzwerk „Facebook“ die Veranstaltung mit den Namen einiger Teilnehmer und Redner öffentlich angekündigt, da die Demo „gegen Repression“ und für „grenzenlose Solidarität“ betitelt wurde, machte die Sache noch um einiges skurriler. Auch kursierte wenige Tage nach der Veranstaltung ein Video auf dem Videoportal „Youtube“, in dem die Teilnehmer der Veranstaltung mit klar erkennbaren Gesichtern bei einer der Zwischenkundgebungen sichtbar waren. Uploader waren nicht etwa Nazis oder Touristen, sondern die Veranstalter selbst, welche es leider nicht für nötig hielten, die Gesichter unkenntlich zu machen. Somit ist aus unserer Sicht allein aufgrund des fehlenden Sicherheitsverständnisses eine Zusammenarbeit nicht denkbar.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die auffallend enge Zusammenarbeit der „Autonomen Linken Weimar Antifa“ mit den Ordnungsbehörden, welche die Mitglieder_innen des Bündnisses scheinbar wirklich als „Freund und Helfer“ ansehen. So pflegen einige Mitglieder persönlichen Kontakt mit dem Weimarer Polizeichef Ralf Kirsten. Ein immer wieder freudiges Hände schütteln mit dem jeweiligen Einsatzleiter vor Ort und hier und da ein freundschaftliches duzen, sehen wir im Widerspruch zu antifaschistischer Arbeit. Wir fordern eine konsequente Distanz zu allen herrschaftlichen Instrumenten dieses Staates, ohne Ausnahme. Diese Tatsachen erscheinen im Hinblick auf die Thematik der anstehenden Demonstration völlig absurd.

Aufgrund dieser Aspekte sehen wir die Teilnahme an einer Demonstration dieser Gruppe als vollkommen ausgeschlossen.

Letztendlich gilt es natürlich klarzustellen, dass auch wir uns mit Jugendpfarrer König, der am 10. August diesen Jahres Betroffener massiver Repression wurde, bedingungslos solidarisieren. Auch wir verspürten an jenem Tag Unverständnis und Wut und sahen uns in unserer Kritik am Rechtsstaat bestätigt. Dennoch dürfen wir nicht die etlichen weiteren Personen vergessen, welche ebenfalls betroffen waren, betroffen sind und betroffen sein werden.
Lothar König ist kein Einzelfall.

Fight Law and Order !
Für einen radikalen Antifaschismus!

Autonome Antifa Gruppe Weimar am 10. Oktober 2011