„WAS TUN“ – Onlinekalender für linke Kultur in Jena und Anderswo.

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Ein paar Leute aus verschiedenen Zusammanhängen haben einen Onlinekalender für linke Kultur in Jena und Umgebung gebastelt. Das Ding trägt den Namen „WAS TUN“ und ist von nun an online unter folgender Adresse erreichbar: http://wastun.co.vu

„WAS TUN“ versteht sich als ein offener Onlinekalender für linke Kultur in Jena und Umgebung. Er entstand aus der Analyse verschiedener Einzelpersonen heraus, dass politische Arbeit in Jena häufig zu exklusiv und zu unkoordiniert vonstatten geht. Politische Veranstaltungen leiden oftmals darunter, dass sie nur einem recht geringen Teil an Leuten bekannt sind und zudem untereinander in „Konkurrenz“ stehen. Der Onlinekalender soll daher die Möglichkeit bieten, Veranstaltungen besser zu bewerben und aufeinander abzustimmen. Im besten Falle kann er damit auch dazu beitragen, die Kooperation und den gemeinsamen Austausch linker Menschen und Gruppen vor Ort zu erweitern und zu stärken.

Der Kalender lebt davon, dass möglichst viele Gruppen und Einzelpersonen ihn mit Veranstaltungsinfos füttern. Momentan gibt es ein kleines „Redaktionsteam“, welches sich um die Seite kümmert und sie aktuell hält. Wenn weitere Menschen Lust haben am Kalender mitzuarbeiten, dann können diese sich sehr gerne bei uns melden. Veranstaltungen bewerben könnt ihr aber auch einfach so, indem ihr uns die Infos per Kontaktformular oder Mail schickt (http://wastun.co.vu/kontakt/). Die Sachen werden dann schnellstmöglich hochgestellt.

Schreiben dürft und solltet ihr uns auch gerne, wenn ihr Verbesserungsvorschläge parat habt oder wenn euch mal wieder die berühmt-berüchtigten „politischen Bauchschmerzen“ plagen und es Kritik zu äußern gibt. Wir haben Bock auf eure Meinungen und Ideen!

Darüber hinaus muss der Kalender nun aber vor allem auch bekannt gemacht werden, damit er seine Zwecke erfüllt. In diesem Sinne: Sagt allen Bescheid!

Es grüßt recht herzlich, Euer Was-Tun-Team.

20 JAHRE ZAPATISTISCHE REBELLION – FRAGEND VORAN? Veranstaltungsreihe vom 24.-28. Juni in Jena

Vor 20 Jahren nahm die zapatistische Widerstandbewegung im Bundesstaat Chiapas/Mexiko ihren Anfang mit dem Aufstand der EZLN. Die Verteidigung des eigenen Lebens gegen feudale Großgrundbesitzer und deren paramilitärische Söldner sowie die Polizei und Armee des Zentralstaates ermöglichte neue Formen der Selbstverwaltung und Basisdemokratie und damit ein Leben in Würde für einen Großteil der unterdrückten indigenen Bevölkerung.

Der neue, offene und selbstkritische Ansatz der “Zapatistas” hatte starken Einfluss auf die weltweite globalisierungskritische Bewegung, auf den Punkt gebracht in Slogans wie “Eine andere Welt ist möglich!” und “Fragend schreiten wir voran.”

Das 20jährige Jubiläum ist Anlass für uns, sich erneut mit der zapatistischen Bewegung selbstkritisch auseinander zu setzen. In verschiedenen Veranstaltungen wollen wir von der Geschichte der Bewegung lernen, diskutieren, welche neuen Impulse sie gebracht hat und ob und inwiefern diese auch heute noch zeitgemäß oder schon wieder überholt sind.

Hier die einzelnen Veranstaltungen in Übersicht:

DIENSTAG, 24. JUNI 2014
// „DIE WELT VERÄNDERN OHNE DIE MACHT ZU ÜBERNEHMEN?!“
Theoretischer Input und gemeinsame Diskussion zu den Theorien des neomarxistischen Politikwissenschaftlers John Holloway

mit Marcel Weikert (Jena)
Carl-Zeiss-Straße 3, R384 / 19 Uhr

MITTWOCH, 25. JUNI 2014
// „SOMOS VIENTO – DER WIND SIND WIR“
Dokumentarfilm (2013) über den gegenwärtigen Widerstand indigener Gemeinden gegen einen von der Regierung geplanten Windkraftpark in der südmexikanischen Landenge von Tehuantepec.
Anschließend: Diskussion mit dem Produzenten
www.somosvientodocumental.wordpress.com

mit Steffen Maurer (Collectivo KoLibrI, Bremen)
Carl-Zeiss-Straße 3, R384 / 20 Uhr

DONNERSTAG, 26. JUNI 2014
// „ZAPATISMUS RELOADED? – ANSÄTZE UND EINFLÜSSE DES ZAPATISMUS AUF DIE GLOBALISIERUNGSKRITISCHE BEWEGUNG“
Vortrag und Diskussion zu den inhaltlichen Positionen und den Organisationsformen der Zapatistas

mit Luz Kerkeling (YaBasta-Netzwerk, Münster)
Carl-Zeiss-Straße 3, R384 / 19 Uhr

FREITAG, 27. JUNI 2014
// „UNLIEBSAME AUGEN – MENSCHENRECHTSBEOBACHTUNG IN CHIAPAS“
Vortrag und Gespräch über die Situation in den zapatistischen Gemeinden in Chiapas und die Arbeit in den sogenannten „Zivilen Friedenscamps“
www.carea-menschenrechte.de

mit Hannah Goebel (Carea e.V., Münster)
Carl-Zeiss-Straße 3, R384 / 19 Uhr

SAMSTAG, 28. JUNI 2014
// „¡OTRO MUNDO ES POSIBLE!- 20 JAHRE ERFOLGREICHER KAMPF DER ZAPATISTAS UND WIR“
Umfassender interaktiver Workshop (6-7 Stunden) zu den theoretischen und praktischen Ansätzen der Zapatistas, deren Übertragbarkeit auf unsere Verhältnisse und Formen der globalen Solidarität. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung sollen die basisdemokratischen und solidarischen Strukturen in Verwaltung, Bildungs- und Gesundheitswesen usw. stehen.
→ Anmeldung bitte über: joeibisch@gmx.de

mit Martin (Gruppe Alerta!, Düsseldorf)
der „RAUM“ in der Wagnergasse / 11 Uhr

organisiert durch:
– AK LzaS des Stura der FSU Jena

gefördert durch:
– AK Politische Bildung (FSU Jena)
– Referat für Menschenrechte (FSU Jena)
– demokratischer Jugendring

DAS HERRSCHAFTSKRITISCHE SOMMERCAMP 2014

Wie immer mit dem Besten aus Kulturindustrie und Gesellschaftskritik.

28.07. – 03.08. I Thüringen 

Auf dem alljährlichen Sommercamp der NFJ Berlin werden wir uns acht Tage lang politischen Diskussionen, Badespaß und Partys in der heißen Julisonne widmen. In Workshops, bei Film- und Diskussionsabenden wollen wir die gesellschaftlichen Verhältnisse kritisieren. Wir werden den gesellschaftlichen Alltag näher betrachten und untersuchen, welche Rolle Herrschaft in ihm spielt. Genauso wollen wir aber herausfinden, wie das schöne Leben aussehen könnte: Wer möchte, kann sich den Bauch in der Sonne verbrennen, in Hängematten unter Bäumen ein Buch lesen, Verstecken spielen oder abends beim Film schauen entspannen. Das Sommercamp findet in Thüringen statt und es wird für die gemeinsame Anreise einen Bus aus Berlin dorthin geben.

Bisher stehen Folgende Workshops:

  • Rassistische Mobilisierung in Deutschland durch antiziganistische Diskurse
  • Einführung in die Kritik des Antisemitismus
  • Make Capitalism History – Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie
  • Rassistische Mobilisierung in Schneeberg
  • Workshop zu Zines
  • Wer oder was sind eigentlich diese Antideutschen?
  • Der Genozid in Ruanda und die deutsche Linke
  • 2 1/2 Jahre nach Auffliegen des Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) Eine Bestandsaufnahme anlässlich des Prozesses
  • Rassistische Mobilisierung in Deutschland durch antiziganistische Diskurse
  • Politik und Moral
  • Vortrag und Diskussion von Rassismus tötet! Leipzig
  • Psychoanalyse als Gesellschaftskritik
  • Das Gespenst des Hipsters – Ressentiment und Entdifferenzierung
  • Reaktionäre. Ein Überblick
  • Nazis, RAF und der Engel der Geschichte: Nachgeschichte der Shoah in der Bundesrepublik in den Filmen Thomas Harlans

Außerdem:

Feministisches Serienquiz, Filmabende, Party und Lesungen… to be continued

// Anmeldung, Ankündigungstexte und mehr Infos unter:

www.linkes-sommercamp.de

// Oder werdet undere Freund*innen bei facebook:

https://www.facebook.com/events/833382750009324/?fref=ts

Veranstaltungsreihe Frauen*kampftag

Mit einer Veranstaltungsreihe zu Geschlechterungleichheit und der Diskriminierung von Frauen* mobilisieren der SDS (und andere Gruppen) für eine Demo zum Frauenkampftag 2014 in Berlin. Dazu finden in Jena, Erfurt und Pößneck Workshops, Filmabende und Vorträge statt. Für den 8. März wird Bus aus Jena organisiert. Aktuelle Infos unter www.frauenkampftag2014.de und www.sdsjena.wordpress.com.

3. „Trauermarsch“ in Weimar am Samstag, 08.02.14

*** Artikel der Autonomen Antifa Gruppe Weimar ***

Am 8. Februar wollen freie Kräfte sowie NPD mit einem angemeldeten Aufmarsch durch Weimar ziehen. Dafür wurden von den beiden Anmeldern zwei Routen im Zeitraum von 12 Uhr bis 16 Uhr angemeldet, auf folgende Route wird es wohl hinauslaufen: Bahnhofsvorplatz (links)– Schopenhauerstr. – Thälmann Str. – Röhrstr. – Fuldaer Str. – Thälmann Str. – Schopenhauerstr. – Bahnhofsvorplatz. Es ist der dritte Aufmarsch, um den Opfern der Bombardierung Weimars zu gedenken, wie die letzten beiden Jahre ist wieder Michael Fischer Anmelder der Demonstration. Er ist derzeit der umtriebigste Neonazi in Thüringen und zeigt sich (mit anderen Neonazis aus Weimar/Thüringen) auf fast jeder größeren rechten Veranstaltung in ganz Deutschland. Nachdem zum ersten Aufmarsch (2012) gerade einmal 30 Teilnehmer_Innen erschienen, waren es 2013 schon rund 100. Es ist also in den letzten Jahren ein Zuwachs zu erkennen, leider muss durch die Zusammenarbeit mit der NPD am 8. Februar mit noch mehr Neonazis gerechnet werden. Das NPD und „freie Kräfte“ in Weimar nun doch eine gemeinsame Veranstaltung abhalten verwundert nur bedingt. Erklärte die NPD und andere Kräfte Thüringens 2013 noch das sie Fischer ausgrenzen wollen und für untragbar halten, so arbeiteten sie im September zum Bundestagswahlkampf schon wieder zusammen. Die rechte Szene Weimars ist in den letzten Jahren zwar deutlich nicht mehr so aktiv wie früher, zeigte aber vor zwei Wochen mal wieder ihr wahres Gesicht. Gegenproteste sind bis jetzt nur am Goetheplatz angemeldet, das Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus wird aber sicherlich versuchen mindestens in Hör-und Sichtweite der Nazis zu gelangen. Die Staatsmacht dürfte wohl am Samstag kaum so präsent sein wie die letzten Male bei angemeldeten Demonstrationen, da der Drittligist FC Rot Weiß Erfurt an diesem Tag gegen RB Leipzig spielt. Wie viele Nazis tatsächlich den Weg nach Weimar finden ist unklar, bis auf die Homepage des Trauermarsches gibt es kaum bis gar keine Werbung im Netz. Wir rechnen aber trotzdem damit das es eine interne Mobilisierung der Nazi gab und etwa 100 bis 150 den Weg in die „Klassikerstadt“ finden. Alles in allem sollten wir alle versuchen, dass sich kein „neuer“ Trauermarsch in der rechten Szene Mitteldeutschlands etabliert.

Kommt am Samstag nach Weimar und gemeinsam werden wir den „Trauermarsch“ der Nazis mit allen Mitteln stören!

Buchvorstellung und Diskussion am 17. Januar 2014

VERSCHENKTE GELEGENHEITEN

In einer Welt, in der kritische Theorie nicht nur, wie von Beginn an, mit gesellschaftlicher Ohnmacht geschlagen ist, sondern zum objektiven Anachronismus, zur nur noch lästigen Erinnerung an Unabgegoltenes wurde, ist sie zur Parodie ihrer selbst heruntergekommen: Sei es, daß man sie durch mehr oder minder redliche akademische Pflege als immer noch bessere Alternative im Angebot der Denkstile konserviert; sei es, daß man sie als Statthalterin einer obskuren intellektuellen Radikalität und Militanz mißversteht, die in Wahrheit nur als Obsession ihrer Verfechter existiert; sei es, daß man sie als Kampfplatz um die jeweils neuesten geistigen Bekenntnisse und Distinktionen in den Dienst nimmt. Nur mehr von marginalen Splittergruppen und aggressiv oder tiefsinnig herumräsonierenden Lesekreisen ernst genommen, verliert sie gerade dadurch ihren Ernst und droht objektiv kryptisch, zu einer besonders elaborierten Form von Obskurantismus zu werden, so daß man, wie Clemens Nachtmann jüngst bemerkte, versucht ist, von der Lektüre Adornos abzuraten, weil Einfalt gegenüber dem Gegenstand offener ist als solches falsche Verstehen. Durch ihre Popularisierung oder vermeintliche Aktualisierung ist dem so wenig abzuhelfen wie durch die immer beliebtere sprachliche Übung, die eigene Sprache durch Nachstellung des “sich” und frankophone Einsprengsel gerade dann bedeutungsschwer zu adornisieren, wenn man dem Gehalt von Adornos und Horkheimers Denken längst abgeschworen hat. Demgegenüber sollte daran erinnert werden, wie kritische Theorie ihren Anfang nahm: weder als sogenannte kritische Gesellschaftstheorie (die vielmehr ihre Schrumpfform ist) noch als Anweisung auf irgendeine Praxis, sondern als freie, das heißt der Sache nicht nur verpflichtete, sondern sich ihr vorbehaltlos hingebende Reflexion der Erfahrung von Wirklichkeit: in Horkheimers “Dämmerung”, Adornos “Minima Moralia”, Benjamins “Einbahnstraße” und “Berliner Kindheit um 1900” und den Feuilletons Siegfried Kracauers, mit sogenannten unsystematischen, gerade darin aber auf Verbindlichkeit zielenden, in ihrer Subjektivität das bloß Subjektive überschreitenden Texten also, denen die Untrennbarkeit von Sprach- und Denkform stets gegenwärtig blieb. Magnus Klaues Vortrag und sein in Kürze erscheinendes Buch “Verschenkte Gelegenheiten” (ça ira Verlag) versuchen diesen Zusammenhang zu vergegenwärtigen und auf den Einzelnen zurückzuwenden. Denn nur im Einzelnen und nicht in Gruppen, die durch Bekenntnisse und gegenseitige Verachtung zusammengehalten werden, bleibt die Hoffnung bewahrt, dass der Erkenntnisgehalt kritischer Theorie irgendwann doch begriffen wird.

Buchvorstellung und Diskussion mit Magnus Klaue

17. Januar 2014 Universität Jena , HS 7 // 19:00

Magnus Klaue ist freier Autor und schreibt u.a. für Bahamas und Jungle World.

http://associationpdt.wordpress.com/

Am Samstag, den 30.11. haben ca. 30 Geraer Nazihooligans auf das linke Hausprojekt JU.W.E.L. in Gotha angegriffen. Die Polizei und die Lokalpresse verschweigen den Naziübergriff, stattdessen ist die Rede von “einem grundlosen Angriff auf Fußballfans”.

Links:
Schilderung des Angriffs auf das alternative Wohn- und Kulturprojekt „Ju.w.e.L. e.V.“  (AAGTH)
Qualitätsjournalismus made in Gotha oder: Wie man einen Naziangriff umdeutet (oxymoron)

Einführung in das Konzept des nachhaltigen Aktivismus

26.11.2013: Frei(t)raum (Car–Zeiss-Str. 3) – 20.00 Uhr
Referent: Timo Luthmann (imagine communication/ausgeCO2hlt)

Kampf gegen den Klimawandel, Rassismus oder das Patriarchat stresst. Hinzu kommen Konflikte in der eigenen Gruppe, prekäre Lebensverhältnisse, … Die negativen Folgen: Burnouts, Depressionen oder der Rückzug ins Private. Da aber soziale und ökologischer Wandel eher einem Marathon als einen Sprint gleicht, sind gerade im krisenhaften Kapitalismus langfristige Konzepte gefragt! In diesem Zusammenhang wollen wir ergründen, wie ein wirklich nachhaltiger Aktivismus aussehen könnte. Gehört Burnout zu einer Aktivist_innenbiografie und was ist das eigentlich? Und mit welchen Strategien können wir individuell wie kollektiv widerstandsfähiger werden und einen nachhaltigen Aktivismus entwickeln, der nicht nur rein funktional gedacht ist, sondern das gute Leben spürbar machen läßt? Vortrag mit anschließender Debatte.

Ausstellung „Vermummt und Gewaltbereit“

http://rotehilfejena.blogsport.de/2013/11/20/ausstellung-vermummt-und-gewaltbereit/

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Das Ver­trau­en der Deut­schen in die Po­li­zei ist fast gren­zen­los. Aus dem Glo­bal Trust Re­port der Ge­sell­schaft für Kon­sum­for­schung geht her­vor, dass die Po­li­zei unter allen ab­ge­frag­ten
In­sti­tu­tio­nen das meis­te Ver­trau­en ge­nießt. Im Dun­keln blei­ben dabei die jähr­lich mehr als 2.​000 an­ge­zeig­ten Fälle von Po­li­zei­ge­walt in Deutsch­land. Sie er­schei­nen als Aus­nah­me, sind je­doch täg­li­che Pra­xis, von der nicht nur De­mons­tran­t_in­nen oder Fuß­ball­fans, son­dern auch Men­schen in ihrem nor­ma­len Le­bens­all­tag be­trof­fen sind. Po­li­zis­t_in­nen über­schrei­ten die Gren­zen der Le­ga­li­tät sys­te­ma­tisch, wei­ten diese aus und er­hal­ten immer weit­rei­chen­de­re Be­fug­nis­se und ef­fek­ti­ve­re Be­waff­nung.
Die Aus­stel­lung „Ver­mummt und ge­walt­be­reit. Po­li­zei­ge­walt in Deutsch­land“ macht auf diese Prak­ti­ken mit groß­for­ma­ti­gen Bil­dern und prä­gnan­ten In­for­ma­ti­ons­tex­ten auf­merk­sam. Es geht um Zwangs­räu­mun­gen, ras­sis­ti­sche Po­li­zei­ge­walt, Be­waff­nun­gen und pro­mi­nen­te Ex­trem­fäl­le wie der auf einer Münch­ner Po­li­zei­wa­che miss­han­del­ten Te­re­sa Z.

Die Aus­stel­lung wird am 09. De­zember um 15.​00 Uhr mit einem Vor­trag der Roten Hilfe Jena im Cafe Wag­ner er­öff­net und kann dort an­schlie­ßend bis zum 20. De­zember be­sich­tigt wer­den.

Busse aus Jena & Erfurt: Mobilisierung gegen den Fackelaufmarsch in Greiz

Verschiedene antifaschistische Initiativen mobilisieren für den kommenden Samstag nach Greiz, wo Nazis und andere Deutschländerwürstchen einen Fackelmarsch gegen das Flüchtlingsheim veranstalten. Wir dokumentieren einen Aufruf, der auf haskala.de veröffentlicht wurde:

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Nach wochenlanger Hetze mobilisieren nun rassistische Bürger und Neonazis zu einem bundesweiten Fackelmarsch unter dem Motto “Zweites Schneeberg” gegen eine Unterkunft von Flüchtlingen am Samstag nach Greiz. Gleichzeitig sprach die Landrätin heute Zutrittsverbote für Menschen aus, die Flüchtlinge mit Kleidung und Spielzeugen in der Unterkunft unterstützen wollten. Neben teils dubiosen Initiativen, die sich gemäß der Extremismustheorie seit Wochen und auch am Samstag gleichermaßen gegen Nazis und Antifaschist_innen wenden, gibt es am 23.11. einen Kundgebungspunkt für Jene, deren Engagement gegen rechts nicht durch wirtschaftlichen Standortschutz motiviert ist. Am Samstag nach Greiz: Flüchtlinge schützen & Solidarität zeigen gegen Extremismusgeschwafel, institutioneller Diskriminierung des Landkreises und Rassisten aller Couleur! 15 Uhr Kundgebung in der Gerhardt-Hauptman-Straße, vor dem REWE in der nähe des Flüchtlingsheims am Zaschberg. Nicht länger warten, bis die Nazis mit Fackeln Brände legen!Aus Thüringen gibt es eine koordinierte Anreise, so fahren beispielsweise am Samstag aus Erfurt und Jena Busse (gegen Mittag).

Tickets für Jena können ab Dienstag dem 19.11.2013 um 19 Uhr in der JG-Stadmitte , Johannisstraße 14 oder beim Stura der Universität Jena, Carl-Zeiss-Straße 3, abgeholt werden. Spendenempfehlung 5€. Abfahrt Busbahnhof 13 Uhr.

Tickets für Erfurt gibt es ebenso ab Dienstag im RedRoXX, Pilse 29. Spendenempfehlung 3€.

Kurzaufruf:

Solidarität mit den Flüchtlingen. Nicht länger warten, bis die Rassisten mit Fackeln Brände legen!

Am kommenden Samstag dem 23. November 2013 planen rassistische Bürger_innen und Neonazis einen überregionalen Fackelaufmarsch gegen eine Flüchtlingsunterkunft in Greiz. Seit mehreren Monaten spriessen sogenannte “Bürgerinitiativen” in verschiedenen Städten Deutschlands aus dem Boden und laufen gegen neu entstehende Unterkünfte von Geflüchteten Sturm, so auch seit Anfang September im Wochentakt in Greiz. Ähnlich wie in Berlin-Hellersdorf  und anderswo stehen hinter der “Greizer Bürgerinitiative gegen ein Asylheim am Zaschberg” auch organisierte Neonazis aus der Region. Beteiligten sich an den vergangenen Aufämrschen der Gruppe im Schnitt bis zu 100 Personen vorwiegend aus dem Vogtland, so mobilisiert die Bürgerinitiative zum Wochende nun bundesweit ihre Anhänger.

Die Initiatoren selbst rufen zu einem zweiten Schneeberg auf, wo in den letzten Wochen 40km von Greiz entfernt drei sogenannte “Lichtelläufe” mit bis zu 1800 Bürger_innen, Neonazis und Rassist_innen stattgefunden haben. Ähnlich wie letzte Woche in Sachsen, soll auch am kommenden Samstag in Greiz im Fackelschein der selbsternannte deutsche Volkswille auf die Straße getragen werden.

Wir als Antirassistinnen und Antirassisten, Antifaschistinnen und Antifaschisten aus den unterschiedlichsten Zusammenhängen schauen diesem rassistischem Treiben nicht länger zu. Wir wenden uns gegen rassistische Normalzustände innerhalb dieser Gesellschaft auf allen Ebenen. Als Reaktion auf die rassistischen Anfeindungen der letzten Wochen und auf die auch in Greiz verankerte institutionelle Diskriminierung demonstrierten bereits am 9. November über 500 Antifaschist_innen unter dem Motto “Pogrome verhindern, bevor sie entstehen” durch Greiz. Im Vorfeld und danach versuchten sowohl Verwaltung, Ordnungsbehörden als auch Lokalpresse gegen die Demonstration Stimmung zu machen und bedienten sich dabei immer wieder der Extremismus-Theorie, stellten jene, die sich mit den Flüchtlingen solidarisierten auf eine Stufe mit den Rassisten und bemühten sich darum Nazigegner_innen in “die gute Mitte” und vermeintlich linke Schmuddelkinder auseinander zu dividieren. Damit tragen jene Verantwortungsträger_innen genau zu solch einem Klima bei, dass durch ständiges Verharmlosen und Rechts-Links-Gleichsetzen bereits in den 90er Jahren das Erstarken rechter Strukturen beförderte. Auch wird der sogenannten gesellschaftlichen Mitte jede Verantwortung für z.B. rassistische Diskriminierung und Gewalt abgesprochen, obwohl doch gerade Untersuchungen wie der Thüringen Monitor belegen dass die Mitte ein entscheidender Teil des Problems ist, wenn 49% der Thüringer_innen die Ansicht vertreten, Deutschland sei in einem “gefährlichen Maße” überfremdet. Auch die “Bürgerinitiative” selbst stieß in das Horn und versuchte in Greiz Panik vor angeblich brandschatzenden Randalieren zu verbreiten, welche die Stadt in Schutt und Asche legen würden. Während die “Bürgerinitiative” heimlich Fotos von Flüchtlingen bei deren Anreise zum Heim machte und anschließend im Internet zur Schau stellte riefen die Anhänger der BI offen zur Gewalt gegen Antifaschist_innen auf und forderten mehrfach ungestört auf der Facebook Seite der Gruppe, diese an die Wand zustellen und zu erschießen.

Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen oder ostthühringer Hinterland, spätestens seit den rassistischen Pogromen Anfang der der Neunziger Jahre sollte jedem klar sein, dass Rassist_innen ihren Worten Taten folgen lassen. Über 70 Aufmärsche gegen Flüchtlingsunterkünfte in diesem Jahr, mehrere Dutzend Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte und alleine acht Brandanschläge in den letzten 12 Wochen machen das enorme Eskalationspotential deutlich. Das kontinuierliche Zusammenwirken zwischen militanter rechter Szene und vermeintlich ganz normalen Bürgern führte in den letzten Monaten immer wieder vor Augen, dass Rassismus ein gesamtgesellschaftliches Problem ist. Die Fackelträger am Samstag sind nur der eine Teil, nicht weniger pervers ist die Aufrüstung zur „Fes­tung Eu­ro­pa“, die Abschottung vor den Geflüchteten und deren regelmäßige Abschiebung. Die jenigen, die es zumindest bis hier nach Greiz und anderswo geschafft haben, werden dann noch mit rassistischer Kontrollpraxis, mit Gutschein-Systemen oder mit entwürdigenden “Gemeinschaftsunterkünften” schikaniert oder bekommen auch von politischer Seite immer wieder zu hören, dass sie nur “unzumutbare Belastungen” seien. Unser Protest richtet sich daher auch gegen jene Verantwortungsträger wie beispielsweise die Greizer Landrätin, welche wenige Tage vor dem Fackelmarsch am Samstag bemüht war, couragierten Menschen, die den Flüchtlingen in Pohlitz Kleidung und Spielzeug bringen wollten mit einer Art Hausverbot den Zutritt zur Unterkunft zu verwehren. Wir solidarisieren uns mit den Flüchtlingen und werden uns dabei auch nicht einschränken lassen! Das Problem heisst Rassismus!

Deswegen, am Samstag dem 23. November 2013 auf nach Greiz!
Treffpunkt: 15 Uhr Kundgebung in der Gerhardt-Hauptman-Straße vor dem Rewe (nahe Flüchtlingsheim am Zaschberg)

Bleiberecht für Alle! Refugees welcome, bring your Familys!

Infos auch bei den Antifaschistischen Gruppen Vogtland http://agv.blogsport.de