Vortrag zum Staatstrojaner

Der Stura veranstaltet am 26. Oktober 2011 einen Vortrag zum Staatstrojaner. In einer am 8. Oktober veröffentlichten Analyse wies der Chaos Computer Club nach, dass deutsche Sicherheitsbehörden der Länder und des Bundes Trojanertechnik für ihre Ermittlungen genutzt hätten. In der Analyse zeigte sich, dass die Software nicht nur zahlreiche Sicherheitslecks in den Online durchsuchten Rechnern schafft, sondern vom Aufbau her ein BVerfG-Urteil von 2008 ad absurdum führt. Der BVerfG formulierte damals ein „Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme“. Die Hürden für einen diesbezüglichen Grundrechtseingriff wurden mit Gefahr für Leib und Leben von Menschen sehr hoch gehängt. Die Entwickler des Trojaners implementierten Fähigkeiten, die es ihm erlauben würden, nach der Installation beliebige Prozesse und Dateien an beliebiger Stelle im Dateisystem anzulegen, umzubenennen, zu löschen oder Registry-Daten zu schreiben. Hinzu kommt eine Tastatur-Logging-Funktion und die Möglichkeit, weitere Upgrades nachzuinstallieren. Jens Kubieziel spricht 18 Uhr im Hörsaal 9, Carl-Zeiß-Str. 3 zu “Der Staatstrojaner – rechtliche, technische und gesellschaftliche Aspekte”.

28.06.2011: Vortrag: „… schon mal observiert worden?“

Dienstag, 28. Juni 2011 | 20.00 Uhr | FSU Campus CZS 3 – HS 8 

Astrid Rothe-Beinlich berichtet wie sie in den 90ern wochenlang offen durch die Polizei observiert wurde. Egal ob Eis essen, schwimmen gehen oder einkaufen, ob bei Demonstrationen oder Veranstaltungen, ob beim Treffen mit Freunden oder Familie, Observationsteams ziviler Polizei begleiteten sie 24 Stunden Schritt für Schritt.

Im Februar 2011 stoppten 20.000 Menschen aus der ganzen Republik den Naziaufmarsch in Dresden. Mit Blockaden schaffte es das bundesweite Bündnis “Dresden nazifrei!” damit zum zweiten Mal, Europas größten Naziaufmarsch zu verhindern.

Auch Polizei und Gerichte, die den Nazi-Aufmarsch durchsetzen wollten, erlebten dabei eine seltene Niederlage.

Kern des Erfolgs war die Entschlossenheit und das weitgehend solidarische Miteinander unterschiedlicher politischer Spektren der Nazi-Gegner.

Gegen diese Geschlossenheit richtet sich jetzt das Vorgehen von Staatsanwaltschaft und Polizei. Menschen aus dem Antifa-Spektrum werden rund um die Uhr observiert, erleben Hausdurchsuchungen und Einschüchterungen, linke Jungend- und Kulturprojekten wird mit Geldkürzung bei politischer Missliebigkeit gedroht und bürgerliche Teile des Bündnisses erhalten Integrationsangebote.

Mit der Veranstaltung bekunden wir Solidarität mit allen Betroffenen. Wir wissen, der Angriff auf sie ist ein Angriff auf uns alle, die nicht mehr länger zusehen, wie Nazis ungestört aufmarschieren, sondern aktiv und gemeinsam zivilen Ungehorsam leisten!

Weitere Infos: www.aktionsnetzwerk.de

Vortragsreihe Überwachung startet in Erfurt

Dank des Jugendbüros RedRoXX aus Erfurt startet bald eine interessante Vortragsreihe zum Thema Überwachung.

Den Auftakt gibt Anne Roth am 22.10.2010 mit ihrem Vortrag “Überwachung und Alltag”, die auf Grund ihrer eigenen Erfahrung mit dem “Rechtsstaat” in den letzten Jahren bestimmt Interessantes, Wissenswertes und Nachdenkliches zu berichten hat.

Überwachung