Diskussionsveranstaltung: Was ist dran an den Thesen von Thilo Sarrazin und der „Integrationsdebatte“?

Ort: Cafe Aquarium, Altonaer-Str. 25, FH-Erfurt
Zeit: 26.10.2010, (Dienstag), 19.00 Uhr

Ort: Umweltbibliothek, Schillergäßchen 5, Jena
Zeit: 27.10.2010, (Mittwoch), 19.00 Uhr

Im September dieses Jahres erregt Thilo Sarrazin, Vorstandsmitglied der Bundesbank, mit der Warnung „Deutschland schafft sich ab“ das Aufsehen von Öffentlichkeit, Politik und Volk. Er zeichnet ein Szenario, das jedermann erschrecken soll: Eine zunehmend degenerierte Bevölkerung bringt die Nation um ihre Vorzüge – unser aller Wohlstand steht auf dem Spiel.
Und, der ehemalige SPD-Finanzsenator warnt nicht nur – er wird auch praktisch, macht Vorschläge für die Politik, die letztlich die Misere selbst verursacht hätte. Er entwirft staatliche Instrumente, die der Bevölkerung auf die Beine und Deutschland aus der Gefahr helfen sollen und provoziert damit:

Die Kanzlerin kommentiert: „vollkommen inakzeptabel“ und „wenig hilfreich“, die BILD hält dagegen: „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“. Während das Volk meint: „Endlich traut es sich mal einer auszusprechen…“, ruft die ANTIFA: „Sarrazin, Halts Maul!“. Merkel kritisiert ihn: er „spaltet die Gesellschaft“, das Volk hingegen findet: „der Mann hat recht“ und SPD-Chef Sigmar Gabriel fällt ein: „Seine Thesen sind ein Gebräu aus der Tradition der Rassenhygiene der zwanziger Jahre“.

Anders als Politiker, BILD, ANTIFA und Co. interessiert uns an Sarrazins Thesen nicht, ob sie so, anders oder überhaupt gesagt werden dürfen. Uns interessiert, ob sie stimmen, ein zutreffendes Bild dieser Gesellschaft zeichnen. Daher beginnt unsere Diskussion der Schlüsse von Thilo Sarrazin nicht erst da, wo sie gegen die Prinzipien der amtierenden Sozial-, Bevölkerungs- und Ausländerpolitik zu verstoßen scheinen (oder die political correctness). Wir laden ein zu einer gemeinsamen Prüfung der Sarrazin-Debatte über den Wohlstand Deutschlands, über „leistungstragende“ und „schmarotzende“ Bevölkerungsteile, „Bildungsferne“ und „Intelligenz“, „Erbanlagen“ und „Migrationshintergrund“, etc.

Zitate von und zu Thilo Sarrazins „Integrationsdebatte: hier

4.11.2010: Deutschtum als Prinzip Der Einfluss studentischer Verbindungen auf den Alltagsnationalismus

04. November 2010, 19.00 Uhr; Carl-Zeiss-Straße 3, Hörsaal 8

Studentische Verbindungen sind politisch. Ob Burschenschaft, Landsmannschaft oder Corps: Sie alle eint die Idee, eine Deutschnationale Führungselite in möglichst vielen Bereichen der Gesellschaft zu etablieren.

Die Funktionsweise ist offensichtlich: Häufig schon entsprechen vorgeprägte, junge Studenten treten in eine Verbindung ein, durchlaufen die Verbindungsinterne „Erziehung“ und stehen am Ende als „Alter Herr“ mit einem, zum Verbindungswesen passenden, Nationalismus und Elitedünkel in Spitzenpositionen der Gesellschaft. Im Anschluss fördern sie ihrerseits jüngere Verbindungsbrüder mit Seilschaften und Geldspenden.
Dieses korporierte Prinzip funktioniert mittlerweile schlechter als zu Hochphasen des Verbindungswesens, auch wenn es alles andere als tot zu sein scheint. In Zeiten des zunehmenden Rassismus und „ungezwungem Nationalstolz“ können auch Studentenverbindungen wieder mit zulauf rechnen.

Der Vortrag wirft daher einen Blick in die „Blackbox“ Studentenverbindung und geht der Frage nach, wie die Verbindungen den alltäglichen Nationalismus im deutsch-sprachigen Raum begünstigen.

Vortragsreihe Überwachung startet in Erfurt

Dank des Jugendbüros RedRoXX aus Erfurt startet bald eine interessante Vortragsreihe zum Thema Überwachung.

Den Auftakt gibt Anne Roth am 22.10.2010 mit ihrem Vortrag “Überwachung und Alltag”, die auf Grund ihrer eigenen Erfahrung mit dem “Rechtsstaat” in den letzten Jahren bestimmt Interessantes, Wissenswertes und Nachdenkliches zu berichten hat.

Überwachung